Sonntag, 24. Juli 2016

der Flügelschlag des Schmetterlings im Paradies...



...der Glaube an ein Paradies scheint ungebrochen und für alle, die sich eine vorhandene Natur nur als den umgesetzten Willen eines Schöpfergottes vorzustellen vermögen, ist es wohl einfach zu ignorieren, dass die organische Natur, die unseren Planeten überzieht ein sich selbst regulierendes System ist. Die reale Biologie ist wohl für einige bei weitem nicht so poetisch wie ein im Garten Eden umherspringendes erstes Menschenpaar.

Das Paradies wird also auch Garten Eden genannt. Aber ein Garten ist bereits eine kleiner Eingriff in die Natur, also nicht mehr die pure, sich selbst regulierende Natur. Es sei man überlässt dieses Stück Land eine Weile, zum Beispiel ein paar Jahrzehnte oder -hunderte, sich selbst.

Die Bibel spricht in der Schöpfungslegende vom Paradies, als einem abgeschlossenes Gelände, aus dem die beiden Bewohner, Eva und Adam, hinausgewiesen werden konnten, von einem Engel mit einem Flammenschwert, der seitdem allen den Zugang verwehrt.

Da stand nun das erste Menschenpaar, vertrieben und der Gnade beraubt im Paradies verweilen zu dürfen. Ohne Gepäck, nackt und bloß, nur ein Feigenblatt, als Schutz vor all den auf Erden herrschenden klimatischen Bedingungen. Welche Erdenzeit hatten wir da gerade? Dinosaurier gab es keine mehr, das alte Testament der Bibel hätte sie bestimmt erwähnt. Also was gab es „draußen“ vor dem Tor des Paradies?

War da nicht ebenfalls alles in Hülle und Fülle vorhanden? Wenn wir es genau nehmen, ist entweder die ganze Welt ein Paradies gewesen oder wie ich es schon immer vermutete, ein manupulativer und ideologisch gut platzierter Nonsens (mal abgesehen davon, dass wir den Schöpfungsmythos ohnehin metaphorisch verstehen sollten)

Ich will mich jetzt auch nicht in die mythische Ideenlehre und deren Auslegung versteigen, aber für alle, die diesen Mythos immer wieder gern zitieren, möchte ich noch mal darauf hinweisen: als die Genesisstory verfasst wurde, befand sich die Menschheit bereits in den (An)Fängen des Patriarchats und der Countdown der Weltenzerstörung hatte bereits begonnen.

Das lässt für mich vorallem nur den Schluss zu: Das Paradies, der Garten Eden, war der erinnerte Zustand vor dem „Schöpfergott“. Das eigentliche Paradies ist das vorhandene Millionen Jahre alte Ökosystem - die bestehende, unbehelligt in sich funktionierende und gar nicht immer liebliche Natur. Die gigantischen Artenvielfalt die allen ein Auskommen bot. Auch Menschen sowie ihre natürliche Lebensweise, die Matrifokalität, gab es bereits seit Jahrtausenden und "der Schöpfer", hier der monotheistische, alttestamentarische Gott, ist nichts weiter als ein Trittbrettfahrer.

Aber der männliche Mensch wird ja nicht müde hinter allem einen Sinn zu suchen, eine verborgene oder offensichtliche Absicht, einen weitreichenden Plan. Möglichst einen, in dem vor allem "er" darin vorkommt bzw. die zentrale Rolle spielt. 


Einfach nur sein ... entstanden als (zufälliges) Produkt einer unvorsehbaren, evolutionären Ereigniskette der organischen Natur ... also sozusagen ein Ausdruck "des Flügelschlags des Schmetterlings" zu sein, ist für manche einfach nicht zu ertragen ... wirklich dauerhaft, wenn auch nicht unsterblich, ist die weibliche Matrix des Lebens...


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Donnerstag, 9. April 2015

Großmutter schnauft...

... bin gerade von einer sogenannten Feministin angenervt ... und ja, ich weiß, die machen auch nur ihren Job! Doch einige verhalten sich dabei leider wie die Erfinder des Patriarchats. Hier greift der Spruch, den ich neulich gelesen habe: "Die Frauen leben nicht nur im Patriarchat, es lebt auch in ihnen." (Irmtraud Morgner, 1990). 
Vor ein paar Jahrtausenden begann Mann den Wahn zu verbreiten, dass es eines Vatertums bedarf - das Kind und hier vor allem der Sohn, als das sichtbare Zeichen seiner männlichen Potenz wird in den individuellen Fokus eines jeden Mannes gerückt. Die Sippenkinder der Schwestern erfüllten nicht den Zweck eines eigenen Erben, der den Ruhm und den Besitz des Vaters künftig in der Welt mehren sollte, also dessen Selbst über dessen Lebenszeit hinaus zu verlängerern. Außerdem liegt die Hoffnung nahe, dass der eigene Sohn ein wertvoller Verbündeter ist. Allerdings lassen uns unzählige Vater-Sohn-Konflikte in der Literatur und im wahren Leben an einem natürlich vorgesehenen Vater-Sohn-Bündnis zweifeln.
Und in Wahrheit wurde so die Sexualität der Frau, einer jeden Frau, kontrolliert und ihre Gebärfähigkeit ausgenutzt um das Kind als Prestigeobjekt dem Wertesystem der 'Hierarchie der Väter' hinzuzufügen. Die Frau als Vertreterin des anderen, des ab sofort minderwertigen, Geschlechtes, aber vor allem in ihrer Eigenschaft als Mutter, wurde der rigiden und einseitigen Vater-Moral brutal unterworfen. Das naturgemäß Mütterliche wurde damals und wird es heute noch immer wieder, aus der Welt verbannt. 
Kaum eine Frau kann sich sicher sein, dass ihr Kind in der patriarchösen Gesellschaft willkommen ist und tatsächlich unversehrt und sicher aufwachsen wird. Wobei die gefährlichen Aspekte nicht wie einst in einem natürlichen Milieu liegen, dass wir von der Urzeit her kennen, sondern in den durch die (gewaltinfizierte) menschliche, aber nicht immer humane Gesellschaft selbst. Sämtliche Errungenschaften der Patriarchose, die sich auf das Heranwachsende auswirken, schädigen 'das Kind' und somit die gesamte Menschengesellschaft.
Die Verachtung der Mutter ist aber auch leider immer wieder Frauensachen und hierbei sind einige die sich auf den Feminismus berufen. Da wird nahezu hochmütig das menschlich-mütterliche Sein der Frau abgelehnt und absurderweise als patriarchale Erfindung, welche die Gleichwertigkeit der Frau mit dem Mann verhindern soll, eingeordnet. Und wenn schon Mutter, dann aber nur mit dem "neuen Vater" als Partner (wobei u.U. der neue Vater auch eine Frau innerhalb des Paar-Konzeptes sein kann).
Es wird auch gern geglaubt die Probleme dieser Welt lassen sich damit lösen, dass wir 'die Väterlichkeit' nachdrücklich in dieser Welt etablieren. In unserer Moderne, in der der 'herrschende Vater' überwunden wurde, ist der Vater als Partner als der einzigste Verbündete der Mutter zugelassen. Ohne den Vater des Kindes (oder eines anderen Mannes als Lebensgefährte, der auch als sozialer Vater fungiert) ist sie in unserer derzeitigen Kultur (immer noch) eine unvollkommene Frau, die per se als verantwortungslose Mutter wahrgenommen wird .... ihre Strafe fällt dementsprechend hart aus - sie ist Alleinerziehende unter den Bedingungen unserer mütterfeindlichen Gesetzeslage. 
So weit meine realistische Einschätzung des momentanen Zustandes, der immer noch nicht das angestrebte Ideal umsetzt. Denn eigentlich wissen wir schon längst, dass diese herbeigesehnte (soziale) Väterlichkeit auch nur eine Spielart des menschlich-artgerechten Mutterbruder-Programms ist.
Das was ich als das natürliche Mütterliche selbst erfahren habe und immer wieder zu beschreiben versuche, entfaltet sich nur wirklich in dem mütterlich geprägten Umfeld einer homogenen Fürsorgegemeinschaft. Diese Form der Bindungsgemeinschaft mit seinen Aspekten der generationsübergreifenden und geschwisterlich orientierten Zugehörigkeit fasst die Mütter (jeden Alters) und die weiteren konsanguinen Mitglieder einer Sippe als 'energetisches Wirkungsfeld' zusammen. Keine der Ur-Mütter ist je eine Einzelkämpferin gewesen. Und wenn eine Mutter durch die kulturellen Umstände der patriarchalen Vorgaben dazu gezwungen ist ihr Kind ohne die Geborgenheit eines Angehörigen-Background aufzuziehen, muss sie in jedem Fall auch mit einer Schädigung für sich und ihr Kind rechnen. Das natürliche Konzept des Kontinuum läuft in der patriarchösen Isolation im wahrsten Sinn des Wortes ins Leere.
Eine im androzentrierten System unserer Zeit vereinzelte Frau mit Kind hat also wenig Chancen die Mütterlichkeit des menschenartgerechten Kontinuums zu leben und selbst zu erleben. Sie ist in der Regel in xter Generation auch nur eines der verlorenen Kinder des Patriarchats.
Die Lebensverantwortung einer Mutter ist kein ideologisches Gebilde, das quasi JEDER theoretisch lernen kann und dann wie ein Kuchenrezept einfach auf den Alltag mit Kindern überträgt.
Mit Kindern leben wir. Man "hat" sie nicht. Sie sind ein Teil unseres Selbst. Sie sind die Weitergabe des Lebens in einer unmittelbaren Bindungsgemeinschaft. Und sie sind auf gar keinen Fall ein (Gottes)Geschenk überreicht durch die Mutter an eine anonyme Vatergesellschaft.
Was ist nur geschehen, dass eine Gesellschaft geschaffen wurde in der Kinder keine Selbstverständlichkeit mehr sind?
Diese rhetorische Frage muss mir keiner beantworten, denn ich weiß inzwischen natürlich was geschah. Aber diese Frage sollte sich doch unbedingt eine jede selbst beantworten.

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Mittwoch, 30. April 2014

elitäre Reflexion

Eliten haben in der Regel eine sozial geschlossene und bereits elitär angelegte Herkunft. Sie wachsen sozusagen wie von selbst in die bestehenden gesellschaftlichen Ausnahmereglungen der wenigen Entscheidungsträger der Gesellschaft hinein. 
Die, durch das patriarchale Hierarchiesystem geschaffene breite Masse - die tragenden 'Unterschichten' - ermöglicht erst den Angehörigen der jeweiligen Eliten ein Leben in Luxus und Freiheit von der täglichen Überlebensarbeit. Das führt nach wie vor dazu, dass die Elite ihre so erhaltenen Freiräume ständig ungehindert nutzen kann um den, von ihnen geschaffenen ideologischen Überbau und das daraus resultierende Machtgefüge weiter zu verfestigen. 
Auf diese Weise wurden bis heute die Enklaven der Eliteexistenzen (sowohl der Status als auch der Standort), als gottgegeben oder gar als naturgemäß gekennzeichnet. Dieser Umstand scheint kaum jemanden zu stören, selbst wenn die Eliteresidenzen mitten in der Durchschnittsarmut der jeweiligen restlichen Bevölkerung offen da liegen.

Die Elite, welche einst aus dem machtorientierten Kalkül einiger Wenigen heraus entstandenen ist, nahm erst innerhalb einer natürlichen Gemeinschaft und in den später organisierten Gesellschaften ihren selbst gewählten Platz ein und verstehen es clever sich durch verschiedene, von ihnen geschaffene, politischen und gewaltbereiten Mechanismen zu schützen.

Ursprünglich sind alle diese Machtstrukturen eine gewaltsame Installation. Sie wurden durch die Eliten und ihre patriarchösen Indoktrinationen über die Jahrtausende hinweg immer mehr, in apodiktische Gebote und Glaubenssätze verpackte und so zu hehren Kreationen gewandelt. 
Die Verehrung der glorifizierten Macht, die mit dieser Entwicklung einhergeht, wird bis heute kaltherzig und zielgerichtet zur Beschäftigung der Massen eingesetzt. Wir müssen uns nur eine der heutigen europäischen Prinzenhochzeit ansehen und den sinnlosen Aufwand, der dabei betrieben wird, um uns die Verblendung der Massen vor Augen zu führen, die auch in unserer eher aufgeklärten Zeit immer noch ihre Wirkung entfaltet.

So wird auch all denen, die der Elite unmittelbar zuarbeiten und stolz auf ihre besondere Stellung sind, eine Art Zugehörigkeit vorgegaukelt, die sie von der absolut unteren Ebene der Hierarchiepyramide abhebt. Ein schönes Beispiel ist hier der Stolz mit dem z. B. Butler ihre dienende Funktion ausüben.

Zur Elite dazuzugehören bedeutet nicht in jedem Fall ein leichtes Leben zu haben. Es gibt auch hier immer noch genügend Beispiele von 'armen reichen' Kindern, die an der Welt ihrer Eltern zugrundegehen. Aber es gibt auch die Mechanismen, die ein Individuum der unteren Schicht durch bestimmte Talente, Glück, Zufall oder einen eisernen Willen nach oben spülen. Dafür gibt es auch ungezählte Beispiele, moderne und klassische - man denke nur an die Bibel und Benjamin. Der Lieblingssohn des Vaters, von seinen Brüdern in die Sklaverei verkauft, machte trotzdem er im Pharaonenreich Karriere.

Zu der wirklichen „Weltelite“ gehören jedoch in der Regel nur die entsprechenden Personen, die in diese erlauchten Kreise hineingeboren werden oder hinein heirateten. Aber dann bewegt sich der Kandidat und hier wohl auch eher die „weibliche Auserwählte“, ohnehin bereits in den oberen Rängen. Eine wahre Cinderella Story kommt prozentual gesehen in Hollywoodfilmen wahrscheinlich häufiger vor, als im richtigen Leben.

Die Elite, die traditionell gewissen Dynastien angehört oder aktuell von einer (manipulierten) Bevölkerung gewählt wurde, sind unsere Entscheidungsträger für den Trend in die Zukunft. Sie sind die Strippen- und Drahtzieher und dabei doch die völlig Ahnungslosen, wenn es um das real vor sich hin vegetierende Alltagsdasein in den meisten Ländern dieser Welt geht. Trotzdem dürfen sie, meist mit der direkten oder latenten Zustimmung der Massen, die Geschicke selbiger lenken - ohne wirklich dazu zugehören. Eigentlich wird es höchste Zeit das zu ändern....


Sonntag, 8. Dezember 2013

Mädchenträume

Meine lieben erwachsenen Frauen überlasst doch die Mädchenzeit den tatsächlichen Mädchen, den jungen Töchtern, die diese kostbaren Jahre auch auskosten wollen - das möchte ich so manches Mal ausrufen, wenn ich von Frauen umgeben bin, die sich gemeinsam mit ihrem inneren Mädchen gegen die Tür des Lebens stemmen, vor der die unvermeidliche "Alte" steht und herein will.

Was ist bloß denn passiert, dass Frauen nicht aufhören können "Papis" kleine Tochter zu sein (auch durchaus im kollektiven Sinn zu verstehen)? Dass sie einfach nicht aufhören wollen jung, reizvoll und begehrenswert zu sein. Begehrenswert für wen? Gesund, vital, kraftvoll – das könnte ich nachvollziehen – aber ein ewiges, möglichst dünnes Mädchen? Warum ist es so wenig attraktiv, eine reife, energiegeladene Frau zu sein? Statt dessen wird das anschmiegsame Weibchen oder das ewig suchende Kind gegeben. Aber... "Die Alte" ist seit Jahrhunderten das Feindbild schlechthin. Kein Wunder, dass Frauen alles mögliche wollen, nur nicht älter werden.

Gut vielleicht stimmt das nicht mehr so ganz. Auch kenne ich inzwischen reichlich Frauen, die sehr wohl, sich und das Leben mit den Augen einer willentlich erwachsenen, souverän handelnden Frau sehen. Meist sind es die Mütter von heranwachsenden Töchtern, denen gar nichts anderes übriggeblieben ist, als erwachsen zu sein. Es ist in unserer seltsamen Kultur, in der nach wie vor das Gefälle vom, sich omnipotent gebendem, Mann hin zu der, zu ihm aufschauenden, Gefährtin verläuft, immer noch nicht so einfach ein Leben als Frau zu führen, die sich ihrer weiblichen Reife bewusst ist und damit auch noch glücklich ist.


Aus welcher Identität heraus agiert die durchschnittliche Frau in unserer Zeit? Aus der derzeit angesagten Verortung Teil einer Paarbeziehung und somit gestern die Frau von XY und heute von YZ zu sein? Oder ist sie ein Leben lang die Tochter ihres Vaters? Oder versteht sie sich als Tochter ihrer Mutter? Begreift sie sich vielleicht sogar innerhalb ihrer mütterlichen Ahninnenreihe als einzigartige Frau, als gestandenes Weib, mit ihren ganz speziellen Lebensaufgaben?
 

Ich bin derzeit in meiner Sippe von reichlich (echten) Mädchen umgeben – zwischen 6 Monaten und 18 Jahren. Aber ist die nun Achtzehnjährige noch ein Mädchen? Sie wird mit Frau angesprochen und wird sich doch in gesellschaftskonformer Sichtweise noch sehr lange in der sonderbaren, sich immer weiter ausdehnenden, Grauzone zwischen Mädchen- und Frausein bewegen. Vor ein paar Jahrzehnten noch, wurden erwachsene, aber unverheiratete Frauen ganz selbstverständlich als Mädchen bezeichnet – besonders deutlich in älteren Filmen zu sehen - der siegreiche Held bekam das Mädchen, selbst wenn dieses schon dreißig war. Das fand ich immer gruselig, eine erwachsene Frau als unfertiges Mädchen anzusehen.  

Wann hört denn das Mädchensein auf? Ganz einfach, meine ich - „das Mädchen“ endet aus Sicht der Umgangsdenke, der Literatur oder anderen Medien, im Übergang zur Mutterschaft. Das Mutterwerden schließt die typische „Mädchenzeit“ auf jeden Fall ab. Und nun könnte frau meinen, wir sind damit im anerkannten Frauenuniversum angekommen. Denkste!

Mutterwerden und -sein ist heute alles andere als ein achtbarer und privilegierter Zustand. Die Anerkennung dieser Frauenphase kann frau nur als lausig bezeichnen. Die damit verbundene, reichliche Arbeit ist eine einsame, denn keine der jungen Mütter käme auf die Idee, sie mit einer anderen Angehörigen zu teilen. Ist kein Kindsvater greifbar, wurschtelt frau sich allein durch. Eventuelle Schwestern und die (junggebliebenen) Großmütter bevölkern derzeit ein gigantisches Netz von Abstellgleisen.
 

Kein Wunder, dass da auch die Großmutter wieder zum Mädchen mutiert. Jung, hipp und frei von der Verantwortung des, als temporär angesehenen, Mutterdaseins. Da Mutterschaft heute im Schwangersein, dem Gebären und einer kurzen Zeit danach gipfelt und die eigentliche Mutteraufgabe, die nach der Geburt erfolgende Aufzucht des Nachwuchses, weitgehend outgesourct wird, muss sich die moderne Großmutter nicht wirklich verpflichtet fühlen. Und irgendwann trifft sie sich mit ihren auch älter werdenden Töchtern zum Mädelsabend und dann checken sie gemeinsam ihren Marktwert bei der Männerwelt ab.  

Dabei brauchen die wirklichen, die heranwachsenden, Mädchen ihre gereiften, aber im Herzen durchaus junggebliebenen Mütter und Großmütter weit mehr, als uns immer noch weisgemacht wird. 
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Mittwoch, 3. Juli 2013

typisch...

… haben Sprüche wie typisch Mann oder typisch Frau, ihre Berechtigung? Ja!

Lässt sich daraus ein Anspruch auf besser oder schlechter ableiten? Nein!

Haben körperlich kleinere Menschen ein Gehirn, dass weniger Gewicht auf die Waage bringt? Ja!

Kann daraus eine geistige oder die Intelligenz betreffende Qualität abgeleitet werden? Nein!


Die Gehirnforschung hat schon so manchen biologistischen Unsinn korrigiert, aber ob ein Mensch sich menschlich verhält, verhalten kann, hängt von so viel mehr Faktoren ab, als nur von seiner Gehirntätigkeit. ein Gehirn lebt schließlich nicht in einem Vakuum.

Montag, 19. März 2012

Problemfamilie

Das Problem Familie ist vielfältig und vom Gesetz immer wieder schwer zu erfassen. Solange die Sitten- und Moralwächter der allgegenwärtigen christlichen Kirchen ein wachsames Auge auf das Lotterleben der Menschen hatten, war Ehe und Familie das höchste Gut in der Gesellschaft und ein jedes wusste wo es hingehörte. Es gab (offiziell) keine Alleinerziehenden. Das allzu leichtfertige Weib mit Bankert wurde schnell verheiratet oder aus der soliden Gemeinschaft verjagt, dem schwachgewordenen Mann in der Regel verziehen. 

Ehrbare Witwen oder Witwer konnten sich erneut vermählen und das Kind bekam eine Stiefmutter, denn das Weib gehört zum Mann und zog in sein Haus. Wenn allerdings durchtriebene Stiefmütter ihre eigenen mitgebrachten Kinder in den Vordergrund spielten, hatte die mutterlose, einzige Tochter des Hauses oft zu leiden - siehe diverse Märchen. Aber nur bis der Prinz vorbei kam. Das Problem trat allerdings vorallem bei Mädchen auf und, außer bei 'Brüderchen und Schwesterchen' fällt mir keine Mär ein, in der ein Sohn allein von einer tückischen Stiefmutter unterdrückt wurde.

Jedenfalls ging es auf diese Art geregelt zu und die maßgebende Gesellschaft übersah in ihrer festgefügten und gottgewollten Weltvorstellung einfach die reichlich vorhandenen Randgruppen.

Heute ist vieles anders! Heute gibt es sogar die Familienform: Alleinerziehend. Aber obwohl die Anzahl eines einzelnen Elternteil mit Kind stetig zunimmt wird diese Form des Zusammenlebens nicht wirklich als normal und gleichberechtigt wahrgenommen, sondern auch als eine Art Randgruppe betrachtet und sowieso als unvollständig Familie gehandelt. 

Die richtige Familie ist die Normalfamilie oder auch Kernfamilie genannt: Vater – Mutter – Kind.

Auch andere Spielarten des Zusammenlebens sind in unserer modernen Gesellschaft geduldet, aber nicht immer so richtig anerkannt, weder gesetzlich, noch vom mainstreamDurchschnittsbürger. Die interessanten Formen der sogenannten Patchwork-Familie brachten ein wenig Schwung in das starre System von "bis dass der Tod euch scheidet", bis hin zu dem freundlicheren "sie lieben sich – sie lieben sich nicht". 
Der Mainstream ist da großzügig geworden und lässt die Menschen, (fast) ohne gegenseitige Repressalien, den sich immer wieder wandelnden Alltag gestalten und durchziehen. Das moderne Leben ist schließlich anstrengend genug, da möchten wir doch mit dem Ex lieber in Freundschaft verbunden sein als uns ständig zu zoffen, schließlich ist er der Vater der Kinder, mit dem wir uns, schon allein von Gesetz wegen, arrangieren müssen.

Mit den bestehenden Gesetzen zu leben, die noch aus dem letzten Jahrtausend stammen, ist jedoch nicht immer leicht. Dazu gehören auch die immer noch vorherrschenden Moralansichten und die „Gesetze“ der öffentlichen Meinung unserer Gesellschaft, die zum Teil noch aus seltsamen Epochen der letzten fünftausend Jahre stammen. 

Das Zusammenleben der Menschen hat sich insgesamt in, fast schon komplizierte und nicht leicht zu handhabende, Konstrukte verwandelt, in denen ständig die, sich immer wieder verändernden, Gefühle, die wirtschaftliche Interessen und der launische Mainstream gegen einander abgewogen werden müssen. Der abendländische Wert einer heil(ig)en Familie, in der nur der Tod das Paar scheidet, mutierte dabei endgültig zur Farce. Das wiederum hatte viele neue, wild wuchernde Möglichkeiten zur Folge, die gesetzlich nur halbherzig stabilisiert sind.

Würden beispielsweise zwei Schwestern mit ihren Kindern und mit ihrer Mutter, also der Großmutter der Kinder, unter einem Dach in einem Haushalt leben, würden sie nicht als „eine Familie“ angesehen. Nicht nur vor dem Gesetz gelten sie als drei verschiedene Einheiten, jeweils auf die drei Erwachsenen bezogen. Es fehlt ihnen allen das Hauptmerkmal der Familie, der Mann. Angenommen die drei Frauen hätten Hartz IV beantragt, dann würden sie jedoch bei diesem Modell des Zusammenlebens als Bedarfsgemeinschaft gehandelt und somit gemeinsam veranschlagt. Da wiederum greift der Gedanke der Zusammengehörigkeit.

Eine Bedarfsgemeinschaft kann aus willkürlich in einem Haushalt zusammenlebenden Personen bestehen, wenn sie nur Tisch, Kühlschrank und Mietvertrag teilen, Bett ist dabei nicht erforderlich. Ich könnte auch mit dem Osterhasen zusammenleben. Wenn dieser Hartz vier beantragt hat und sich dauerhaft in meiner Wohnung aufhält, würde Ämter ohne zu zögern diesen als Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft akzeptieren. Es wird auch nicht erwartet, dass sich die Mitglieder von Bedarfsgemeinschaften lieben. Bei finanzieller Unabhängigkeit sind inzwischen ohnehin Lebensmodelle aller Art denkbar und werden auch von der Allgemeinheit toleriert, zum Glück! Ein frei gewähltes und ungebundenes Zusammenleben lässt sich auch ohne Romantik jederzeit einrichten nur per persönlicher Bereitschaftserklärung und wenn der Vermieter einverstanden ist.

Anders bei der gesetzlich geschlossenen Ehe - der einzig wahren und hochgelobten Art als erwachsene Person ein Leben in Gemeinschaft zu verbringen. Die Liebesheirat ist inzwischen quasi Gesetz und Liebe wird als Voraussetzung der Freiwilligkeit beider Parteien angesehen. Es ist inzwischen nicht mehr gestattet jemanden gegen den eigenen Willen zu einer Ehe zu zwingen. Da hat die patriarchale Gesellschaft schon große Fortschritte gemacht. Es sei die erzwungene Verbindung ist einem sogenannten anderen Kulturkreis zuzuordnen, da werden hierzulande schon mal gesetzliche Grauzonen zugestanden. Wenn allerdings der Verdacht auf eine sogenannte Scheinehe besteht, bei der aus niederen Beweggründen die Großzügigkeit des Staates ausgetrickst werden soll, treten bei Bekanntwerden der Mogelei sofort behördlicherseits Sanktionen in Kraft.

Die Ehe ist schließlich ein staatlich subventioniertes Unternehmen zwischen zwei verschieden geschlechtlichen erwachsenen Personen und die haben sich gefälligst in romantischer Liebe zugeneigt zu sein. Wie sollen sonst im Bannkreis einer solchen Verbindung fröhliche und gesunde Kinder entstehen und aufwachsen? Die Gesetzeslage fördert also nach wie vor das Paar, vor allem als Mann-Frau-Modell, mit dem Hintergedanken über diesen zwar holprigen, aber doch bewährten Weg den später arbeitswilligen Nachwuchs zu erhalten. 

Leider, so müssen wir immer wieder feststellen, kommt es den Gesetzesmachern nicht in den Sinn, allein die Frau in ihrer Mutterkompetenz zu stützen, zu schützen und zu fördern, damit diese sich ungestört ihren Mutteraufgaben innerhalb einer, ab sofort den Müttern gegenüber aufgeschlossenen und wohlwollenden Gesellschaft, hingeben könnte. Ich denke, da sind wir alle einer Meinung, dass bei wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit, die Frau und Mutter dann schon die, für Mutter und Kind, erquicklicheste Form eines Zusammenlebens finden wird. Vielleicht würde auch so manch eine die natürlichen Vorteile und -züge der Müttergemeinschaften in einer mutterbezogenen Herkunftssippen wiederentdecken. 

Der Staat könnte sich dann endlich aus jedweder gesetzlichen Regelung diverser Gemeinschaftskombinationen heraushalten. Aber … das könnte natürlich irgendwie zum Nachteil für die Männerwelt ausfallen, tja und damit ist diese schöne Überlegung bestimmt sofort vom Tisch! 
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Montag, 30. Januar 2012

Das Dritte Geschlecht


Eine aufrüttelnde Betrachtung unserer allseits beachteten Kolumnistin Uschilein Scheuklapp
 

Unsere Welt besteht bekanntermaßen aus Männern und Frauen. 
Gut es gibt auch hier und da ein paar Grauzonen, aber wie ich herausfand, sind diese durchaus geschlechtsrelevanten Zwischentöne nichts gegen die störende Erscheinung einer größeren Gruppe in unserer Gesellschaft, die sich "Müttern" nennt! Diese Mütter, welche sich in einem unangenehmen, übersteigerten Größenwahn, selbst als die Urheberinnen des Menschengeschlechtes darstellen, sind eigentlich aus dem Geschlecht der Frauen hervorgegangen aber auch mit dem Geschlecht der Männer seltsam verbandelt.
 

Diese Gruppe bildet so etwas wie ein drittes Geschlecht und offiziell wollen weder Männer, noch Frauen wirklich etwas mit ihnen zu tun haben. Denn die Angehörigen dieses 'Dritten Geschlechts' sehen sich nämlich selbst nicht als Einzelwesen, wie jeder andere normale Mensch in unserer traditionellen Kultur.  Und, dass ist das Bemerkswerte dabei, die meisten dieser Mütter sind es auch tatsächlich nicht. Sie schleppen eine Zeitlang in ihrem Leben ein oder mehrere kleine Anhängsel mit sich herum, die jedoch zum Glück mit der Zeit immer größer werden und sich später entscheiden welchem Geschlecht sie zugehörig sein möchte. Aber auch unter den Herangewachsenen gibt es immer wieder Unbelehrbare, die den industrie- und wirtschaftsfeindlichen Ausnahmezustand des Muttersein wählen.
 

Wissenschaftler konnten noch nicht wirklich herausfinden, welche Verirrungen dazu führen, dieses wenig beachtete und unbequeme Dasein auf sich zu nehmen. Für viele, fast bin ich geneigt zu sagen, für die meisten, ist die Berührung mit dem dritten Geschlecht einfach nur peinlich. Doch zur allgemeinen Erleichterung zeigen die Statistiken, dass die Anzahl der sogenannten Müttern immer mehr zurückgeht. In der Vergangenheit soll es noch erheblich mehr von ihnen gegeben haben. Wir können also froh sein, dass die Zeiten vorbei sind.
 

Diese, auch immer irgendwie unheimlichen Wesen, stören ständig und wie es scheint in voller Absicht, den Ablauf unserer hochzivilisierten Gesellschaft. Sie bringen Sand ins Getriebe von Arbeitsabläufe und von dem störenden Eindruck, den diese Konglomerate aus Erwachsenem und menschlichen Anhängseln, genannt Kinder, im öffentlichen Leben darstellen, will ich gar nicht reden. Ich wundere mich, dass die Regierungen dieser Welt diese Verirrung immer noch dulden.
 

Im Rahmen meiner Tätigkeit bei „Erwachsene unter sich“ e.V, führte ich mehre Interviews mit diesen Müttern und gewann Einsichten, die mich zu tiefst erschütterten. So glauben doch die meisten Mütter, ohne sie gäbe es kein menschliches Leben auf der Welt und ihre „Arbeit“ wäre von volkswirtschaftlichen Nutzen. 

Dabei wissen wir doch inzwischen, dass nur das soziale Gewissen der meisten Erwachsenen in unserem Land, überhaupt dafür sorgt, das gewisse Mittel bereitgestellt werden, damit Mütter und ihre Anhängsel überleben können. Trotzdem führen die meisten von ihnen ihre subversive Wühlarbeit fort und versuchen mit allen Mitteln in der breiten Gesellschaft Aufmerksam zu bekommen. Sie nutzen inzwischen fast jedes Medium, obwohl sie zu der Entstehung unserer Hochtechnologie, wie wir mit Fug und Recht sagen können, so gut wie nichts beigetragen haben.
 

Aber es gibt auch Erfreuliches zu vermelden. Immer wieder sind mir bei meinen Recherchen Mütter begegnet, die ihren derzeitigen Status sobald als möglich ablegen wollen, um sich wieder einem normalen, Anhängselfreien, Leben zuwenden möchten. So äußerte sich Frau A. aus Hasenhausen überzeugt: "Jede Mutter, die halbwegs ihren Verstand beisammen hat, sollte sich überlegen, ob sie auf ihre Zugehörigkeit zum sogenannten Dritten Geschlecht beharrt und nicht lieber schnellstens in die Reihen des normalen Frauseins zurückkehrt. Dass das durchaus möglich ist, wird uns schließlich gerade von Seiten der Männer immer wieder versichert."
 

Trotzdem gibt es nach wie vor einige Angehörige des 'Dritten Geschlechts', die sich zu regelrechten Kampfmüttern aufschwingen und mit allen Mittel, auch den modernen wie dem Internet, die Menschheit zu warnen versuchen, dass es ganz ohne sie, den Müttern, allen anderen schlecht ergehen würde. Aber mal ehrlich, das ist doch lächerlich... wer vermisst denn schon seine Mutter?

Eure Uschilein Scheuklapp

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