Montag, 19. März 2012

Problemfamilie

Das Problem Familie ist vielfältig und vom Gesetz immer wieder schwer zu erfassen. Solange die Sitten- und Moralwächter der allgegenwärtigen christlichen Kirchen ein Auge auf das Lotterleben der Menschen hatten, war Ehe und Familie das höchste Gut in der Gesellschaft und ein jedes wusste wo es hingehörte. Es gab (offiziell) keine Alleinerziehenden. Das allzu leichtfertige Weib mit Bankert wurde schnell verheiratet oder aus der soliden Gemeinschaft verjagt, dem schwachgewordenen Mann in der Regel verziehen. Ehrbare Witwen oder Witwer konnten sich erneut vermählen und das Kind bekam eine Stiefmutter, denn das Weib gehört zum Mann und zog in sein Haus. Wenn allerdings durchtriebene Stiefmütter ihre eigenen mitgebrachten Kinder in den Vordergrund spielten, hatte die mutterlose, einzige Tochter des Hauses oft zu leiden. Aber nur bis der Prinz vorbei kam. Das Problem trat allerdings nur bei Mädchen auf oder ist euch ein Märchen bekannt in der ein Sohn unterdrückt wurde?

Jedenfalls ging es auf diese Art geregelt zu und die maßgebende Gesellschaft übersah einfach die reichlich vorhandenen Randgruppen in ihrer festgefügten und gottgewollten Weltvorstellung.

Heute ist vieles anders! Heute gibt es sogar die offizielle Familienform: Alleinerziehend. Aber obwohl die Anzahl eines einzelnen Elternteil mit Kind stetig zunimmt wird diese Form des Zusammenlebens nicht wirklich als normal und gleichberechtigt wahrgenommen, sondern auch als eine Art Randgruppe betrachtet und sowieso als unvollständig Familie gehandelt. 

Die Normalfamilie oder Kernfamilie ist die richtige Familie: Vater – Mutter – Kind.

Auch andere Spielarten des Zusammenlebens sind in unserer modernen Gesellschaft geduldet, aber nicht immer so richtig anerkannt, weder gesetzlich, noch vom Durchschnittsbürger. Die interessanten Formen der sogenannten Patchwork-Familie brachten ein wenig Schwung in das starre System von "bis dass der Tod euch scheidet" hin einem freundlicheren "sie lieben sich – sie lieben sich nicht" und lässt die Menschen, (fast) ohne gegenseitige Repressalien, den sich immer wieder wandelnden Alltag gestalten und durchziehen. Das moderne Leben ist schließlich anstrengend genug, da möchten wir doch mit dem Ex lieber in Freundschaft verbunden sein als uns ständig zu zoffen, schließlich ist er der Vater der Kinder, mit dem wir uns von Gesetz wegen arrangieren müssen.

Mit den bestehenden Gesetzen zu leben, die noch aus dem letzten Jahrtausend stammen, ist jedoch nicht immer leicht. Dazu gehören auch die immer noch vorherrschenden Moralansichten und die „Gesetze“ der öffentlichen Meinung in unserer Gesellschaft und die stammen teilweise noch aus den letzten fünftausend Jahren. Das Zusammenleben der Menschen hat sich insgesamt in, fast schon komplizierte und nicht leicht zu handhabende, Konstrukte verwandelt, in denen ständig die, sich immer wieder verändernden, Gefühle, die wirtschaftliche Interessen und der launische Mainstream gegen einander abgewogen werden müssen. Der abendländische Wert einer heil(ig)en Familie, in der nur der Tod das Paar scheidet, mutierte dabei endgültig zur Farce. Das wiederum hatte viele neue, wild wuchernde Gesetzmäßigkeiten zur Folge.

Würden beispielsweise zwei Schwestern mit ihren Kindern und mit ihrer Mutter, also der Großmutter der Kinder, unter einem Dach in einem Haushalt leben, würden sie nicht als „eine Familie“ angesehen. Nicht nur vor dem Gesetz gelten sie als drei verschiedene Einheiten, jeweils auf die drei Erwachsenen bezogen und es fehlt ihnen allen das Hauptmerkmal der Familie, der Mann. Angenommen die drei Frauen hätten Hartz IV beantragt, dann würden sie jedoch bei diesem Modell des Zusammenlebens als Bedarfsgemeinschaft gehandelt und somit gemeinsam veranschlagt. Da wiederum greift der Gedanke der Zusammengehörigkeit.

Eine Bedarfsgemeinschaft kann aus willkürlich in einem Haushalt zusammenlebenden Personen bestehen, wenn sie nur Tisch, Kühlschrank und Mietvertrag teilen, Bett ist dabei nicht erforderlich. Ich könnte auch mit dem Osterhasen zusammenleben. Wenn dieser Hartz vier beantragt hat und sich dauerhaft in meiner Wohnung aufhält, würde Ämter ohne zu zögern diesen als Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft akzeptieren. Es wird auch nicht erwartet, dass sich die Mitglieder von Bedarfsgemeinschaften lieben. Bei finanzieller Unabhängigkeit sind inzwischen ohnehin Lebensmodelle aller Art denkbar und werden auch von der Allgemeinheit toleriert, zum Glück! Ein frei gewähltes und ungebundenes Zusammenleben lässt sich auch ohne Romantik jederzeit einrichten nur per persönlicher Bereitschaftserklärung und wenn der Vermieter einverstanden ist.

Anders bei der gesetzlich geschlossenen Ehe - der einzig wahren und hochgelobten Art als erwachsene Person ein Leben in Gemeinschaft zu verbringen. Die Liebesheirat ist inzwischen quasi Gesetz und Liebe wird als Voraussetzung der Freiwilligkeit beider Parteien angesehen. Es ist inzwischen nicht mehr gestattet jemanden gegen den eigenen Willen zu einer Ehe zu zwingen. Da hat die patriarchale Gesellschaft schon große Fortschritte gemacht. Es sei die erzwungene Verbindung ist einem sogenannten anderen Kulturkreis zuzuordnen, da wird schon mal eine gesetzlich Grauzone zugestanden. Wenn allerdings der Verdacht auf eine sogenannte Scheinehe besteht, bei der aus niederen Beweggründen die Großzügigkeit des Staates ausgetrickst werden soll, treten bei Bekanntwerden der Mogelei sofort Behördensanktionen in Kraft.

Die Ehe ist schließlich ein staatlich subventioniertes Unternehmen zwischen zwei verschieden geschlechtlichen erwachsenen Personen und die haben sich gefälligst in möglichst romantischer Liebe zugeneigt zu sein. Wie sollen sonst im Bannkreis einer solchen Verbindung fröhliche und gesunde Kinder entstehen und aufwachsen? Die Gesetzeslage fördert also nach wie vor das Paar, vor allem als Mann-Frau-Modell, mit dem Hintergedanken über diesen zwar holprigen, doch bewährten Weg den später arbeitswilligen Nachwuchs zu erhalten. 

Leider, so müssen wir immer wieder feststellen, kommt es den Gesetzesmachern nicht in den Sinn, allein die Frau in ihrer Mutterkompetenz zu stützen, zu schützen und zu fördern, damit diese sich ungestört ihren Mutteraufgaben innerhalb einer, ab sofort den Müttern gegenüber aufgeschlossenen und wohlwollenden Gesellschaft, hingeben könnte. Ich denke, da sind wir alle einer Meinung, dass bei wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit, die Frau und Mutter dann schon die, für Mutter und Kind, erquicklicheste Form eines Zusammenlebens finden wird. Vielleicht würde auch so manch eine die natürlichen Vorteile und -züge der Müttergemeinschaften in einer mutterbezogenen Herkunftssippen wiederentdecken. 

Der Staat könnte sich dann endlich aus jedweder gesetzlichen Regelung diverser Gemeinschaftskombinationen heraushalten. Aber … das könnte natürlich irgendwie zum Nachteil für die Männerwelt ausfallen, tja und damit ist diese schöne Überlegung bestimmt sofort vom Tisch! 
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Montag, 30. Januar 2012

Das Dritte Geschlecht


Eine aufrüttelnde Betrachtung unserer allseits beachteten Kolumnistin Uschilein Scheuklappe
 

Unsere Welt besteht bekanntermaßen aus Männern und Frauen. 
Gut es gibt auch hier und da ein paar Grauzonen, aber wie ich herausfand, sind diese durchaus geschlechtsrelevanten Zwischentöne nichts gegen die störende Erscheinung einer größeren Gruppe in unserer Gesellschaft, die sich Müttern nennt! Diese Mütter, welche sich in einem unangenehmen, übersteigerten Größenwahn, selbst als die Urheberinnen des Menschengeschlechtes darstellen, sind eigentlich aus dem Geschlecht der Frauen hervorgegangen und auch mit dem Geschlecht der Männer seltsam verbandelt.
 

Diese Gruppe bildet so etwas wie ein Dritten Geschlecht und offiziell wollen weder Männer, noch Frauen wirklich etwas mit ihnen zu tun haben. Denn die Angehörigen dieses Dritten Geschlechts sehen sich selbst nämlich nicht als Einzelwesen, wie jeder andere normale Mensch in unserer traditionellen Kultur.  Und, das ist das Bemerkswerte dabei, die meisten dieser Mütter sind es auch tatsächlich nicht. Sie schleppen eine Zeitlang in ihrem Leben ein kleines Anhängsel mit sich herum, dass jedoch zum Glück mit der Zeit immer größer wird und sich später entscheiden kann zu welchem Geschlecht es zugehörig sein möchte. Aber auch da gibt es immer wieder Unbelehrbare, die den industrie- und wirtschaftsfeindlichen Ausnahmezustand des Muttersein wählen.
 

Wissenschaftler konnten noch nicht wirklich herausfinden, welche Verirrungen dazu führen, dieses wenig beachtete und unbequeme Dasein auf sich zu nehmen. Für viele ist die Berührung mit dem dritten Geschlecht einfach nur peinlich und zur Erleichterung vieler scheint die Anzahl an sogenannten Müttern auch immer mehr zurück zu gehen. In der Vergangenheit soll es noch erheblich mehr von ihnen gegeben haben. Wir können also froh sein, dass die Zeiten vorbei sind.
 

Diese, auch immer irgendwie unheimlichen Wesen, stören ständig und wie es scheint in voller Absicht, den Ablauf unserer hochzivilisierten Gesellschaft. Sie bringen Sand ins Getriebe von Arbeitsabläufe und von dem störenden Eindruck, den diese Konglomerate aus Erwachsenem und menschlichen Anhängseln, genannt Kinder, im öffentlichen Leben darstellen, will ich gar nicht reden. Ich wundere mich, dass die Regierungen dieser Welt diese Verirrung immer noch dulden.
 

Im Rahmen meiner Tätigkeit bei „Erwachsene unter sich“ e.V, führte ich mehre Interviews mit Müttern und gewann Einsichten, die mich zu tiefst erschütterten. So glauben doch die meisten Mütter, ohne sie gäbe es kein Leben auf der Welt und ihre „Arbeit“ wäre von volkswirtschaftlichen Nutzen. 

Dabei wissen wir doch inzwischen, dass nur das soziale Gewissen der meisten Erwachsenen in unserem Land, überhaupt dafür sorgt, das gewisse Mittel bereitgestellt werden, damit Mütter und ihre Anhängsel überleben können. Trotzdem führen die meisten ihre subversive Wühlarbeit fort und versuchen mit allen Mitteln in der breiten Gesellschaft Aufmerksam zu bekommen. Sie nutzen inzwischen fast jedes Medium, obwohl sie zu der Entstehung unserer Hochtechnologie, wie wir mit Fug und Recht sagen können, so gut wie nichts beigetragen haben.
 

Aber es gibt auch Erfreuliches zu vermelden. Immer wieder sind mir bei meinen Recherchen Mütter begegnet, die ihren derzeitigen Status sobald als möglich ablegen wollen, um sich wieder einem normalen, Anhängsel freien Leben zuwenden möchten. So äußerte sich Frau A. aus Hasenhausen überzeugt: "Jede Mutter, die halbwegs ihren Verstand beisammen hat, sollte sich überlegen, ob sie auf ihre Zugehörigkeit zum sogenannten Dritten Geschlecht beharrt und nicht lieber schnellstens in die Reihen des normalen Frauseins zurückkehrt. Dass das durchaus möglich ist, wird uns schließlich gerade von Seiten der Männer immer wieder versichert."
 

Trotzdem gibt es nach wie vor einige Angehörige des Dritten Geschlechts, die sich zu regelrechten Kampfmüttern aufschwingen und mit allen Mittel, auch den modernen wie das Internet, die Menschheit zu warnen versuchen, wie schlecht es allen anderen ohne sie, den Müttern ergehen würde. Aber mal ehrlich, das ist doch lächerlich... wer vermisst denn schon seine Mutter?

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Freitag, 6. Januar 2012

Und heute mal...

... ein Zitat von Karl Kraus: 




Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, 
man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!
  


Montag, 2. Januar 2012

Was ist die Stärke der Frau?

Wenn ich mir die patriarchalen Mechanismen um mich herum so ansehe, kommt es mir vor als fände ein großes Laborexperiment statt: 

Was kann das durchschnittliche Einzelwesen Frau aushalten, bevor es seine biologische Grundaufgabe Die Fortpflanzung nicht mehr zu erfüllen vermag (oder bis die jeweilige Versuchsperson die experimentelle Zielsetzung durchschaut)?
 
Jedenfalls ist es ein ehrgeiziges Projekt mit Langzeitwirkung. Die Voraussetzung für die Durchführung des Experiments war die schrittweise Isolierung von tausenden Probandinnen. In unseren Tagen scheint die Versuchsanordnung ihren formidablen Höhepunkt gefunden zu haben – die einzelne erwachsene Frau, losgelöst von jeder Herkunftsbindung, zieht ein oder auch mehrere Kinder allein auf (das bedeutet auch, der ihr zur Seite gestellte Laborassistent muss nicht immer anwesend sein).

Selbstredend wurden die Laborbedingungen, also das soziale Ökosystem, dem jeweiligen Stand des Experiments immer wieder angepasst. So fällt beispielsweise den meisten Probandinnen auch nicht auf, dass die freundlich angebotene Fremdbetreuung des Nachwuchses ein latenter aber auch entscheidender Teil des Separierungsprogrammes ist.

Um die Versuchspersonen am Denken, am Fühlen und eigenständigem Handeln zu hindern, gab es im Laufe der Zeit verschiedene Schwierigkeitsstufen – rohe oder versteckte Gewalt, verschiedene Arten der ideologischen Einflussnahme (Religion, Philosophie, Psychotherapie sowie kulturell und traditionell begründete Einschränkungen aller Art) und das Heranführen der Versuchspersonen an eine gegenseitige Konditionierung im Sinne des Experiments. Das Separieren der Frauen wurde zu manchen Zeiten regelrecht zur Kunstform erhoben, mit lieblichen Worten beschworen und in Büchern festgelegt. Heute ist die Zielsetzung des gegenseitigen femininen Gehirnwaschprogramms so gut wie abgeschlossen und an der Ausarbeitung der theoretischen Grundlagen des derzeitigen Levels sind vermehrt auch Frauen beteiligt (beispielsweise derzeit  Rosamunde Pilcher u.a.). 

Wurde in früheren Zeiten den Probandinnen überwiegend nur ein praktisches Agieren erlaubt und mit allen Mitteln unterbunden, dass sie ihre Resilienz theoretisch einordnen konnten, wird heute eine gewisse Selbstorganisation der Versuchspersonen von den Laborbetreiber als recht hilfreich angesehen. Diese Lockerung der Vorgaben dient in erster Linie zur Entlastung der Laborassistenten, denen ihre komplizierte Aufgabe oft genug über den Kopf wächst. Denn immer wieder werden Zwischenergebnisse dadurch gestört, dass manche Mitarbeiter ihr exklusives Zusammensein mit der Versuchsperson als eigentlichen Zweck des Unterfangens ansehen. 

Neuste Untersuchungen haben bei der Laborleitung außerdem die Erkenntnis zutage gefördert, dass im Langzeitversuch eine Probandin und ein Assistent nicht wirklich zufriedenstellende Ergebnisse liefern – der entstehende Nachwuchs stört die Konstellation, womit sich die Versuchsanordnung ad absurdum führt.

Das eigentliche Problem ist jedoch, dass der natürliche Sinn im Dasein einer Spezies, nicht einfach nur im Fortpflanzen, also Kinder in die Welt setzen, gipfelt, sondern es dabei immer um das Gesamtpaket der Arterhaltung  geht
, das vor allem durch die starke Mutter getragen wird. 

Die patriarchalen Experimentatoren haben also einfach den Sinn des Lebens von Anfang an falsch eingeschätzt und in ihrem Wahn alles zu sondieren, zu atomisieren und zu analysieren ihr anspruchsvolles Ziel hinter die Stärke der Frau zu kommen, irgendwie aus den Augen verloren und glauben nun, es wäre schon immer ihre natürliche Aufgabe gewesen, die Frau (und ihre Abkömmlinge) zu beaufsichtigen und zu kontrollieren. Wir können also getrost das Experiment als gescheitert getrachten...

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Montag, 21. November 2011

Gemeinsam waschen

...manches lässt sich einfach nicht mehr in Ordnung bringen, nicht mit Waschen, nicht mit Spülen, nicht mit Kernseife oder Bleichen. 

Da hatte es das Waschweib vielleicht eilig gehabt, war emsig, vielleicht auch unaufmerksam und schwupps ist in die hellen Wäsche eine rote oder blaue Socke geraten und zum Schluss ist die ganze Wäsche verfärbt. Oder die Flecken gehen nicht mehr raus, hinterlassen Spuren, die mich noch lange erinnern: da hast du so was von nicht aufgepasst.

Im Umgang mit Menschen ergeht es einer manches Mal genauso. Wenn wir nicht aufpassen oder uns zu schnell auf Gespräche oder Verhandlungen einlassen, können wir auch ab und zu eine böse Überraschung erleben. Dann kommt plötzlich eins zum anderen, der Kessel schäumt, die Waschweiber sprechen über Temperatur, Wasserhärte, Schleuderzahlen und manch eine redet sich um Kopf und Kragen - ja und dann ist das Kind in den Brunnen gefallen oder die Wäsche verfärbt.

Dabei weiß ich doch sonst eigentlich genau, was ich tue. Ich sortiere meine Wäsche sorgfältig, wasche nicht einfach drauf los, denn ich mag meine Sachen und beherzige, dass heutzutage die Wäsche nicht wie zu Omas Zeiten durchgerubbelt, sondern gepflegt wird

Erklärungen oder ein sich Rechtfertigen machen jedenfalls eine Sache höchst selten besser. Je mehr das Waschweib in Versuchung gerät ihren Standpunkt und ihre Meinung, noch mal und noch mal, zu erklären, je eifriger sie weitere Metaphern heranzieht, um endlich verstanden zu werden, desto mehr kann ihrer Aufmerksamkeit entgehen, dass die Gesprächspartnerinnen an einem Verständnis gar nicht interessiert sind. Und plötzlich stehst du da, bekommst nasse Lappen um die Ohren und, wie oben gesagt, die ganze Wäsche ist verfärbt.

Aber vielleicht ist diese Wäschemetapher auch ungeeignet, einen solchen Alltagskonflikt zu beschreiben. Ich hätte einfach, als ich gesehen habe, dass andere mit dunklen Socken hantieren, den Waschsalon verlassen und in meinen guten alten Waschkeller gehen sollen...

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Mittwoch, 13. Juli 2011

Das Rapunzelkomplott

... in dem Zeit - Artikel  "Der Rapunzelkomplex" geht es wieder einmal um Mütter und Töchter, Altfeminismus und "richtige" Emanzipation, nämlich der Emanzipation von der Mutter! Ich habe dazu einen Kommentar geschrieben, den ich hier auch beim Waschweib veröffentliche.



Rapunzelkomplott

Die junge Frau wird durch die alte Frau am wahren Leben gehindert!
- Das ist also die Aussage dieses neuen Rapunzelfilmes. Warum wundert es mich nicht, dass diese Devise durch einen Disneyfilm transportiert wird. Das Klischee hatten wir doch schon bei Dornröschen und der bösen Malefiz und bei den anderen neckischen Zeichentricksereien.
Denn statt Frauenbilder und Frauenbindungen endlich aus den konditionierten, tendenziösen Traditionen zu lösen, versteigen sich die Macher dieses Filmes von dem märchenüblichen Hexen- oder Böse-Fee-Bild schlicht zur gemeinen Mutter einer jungen Frau. Es geht um eine „destruktive Mutter-Tochter-Beziehung“, also angeblicher Alltag pur. Die Mutter als Feindbild, als Antagonistin, das ist neu im Rapunzelturm. Aber nicht neu in der Literatur und der öffentlicher Meinung. Im Original(märchen) allerdings wird Rapunzel durch den eigenen Vater einer "bösen" Zauberin überantwortet.
Ich bin nur verblüfft, dass immer noch sofort alle bereit sind, der Idee zu huldigen, die älter werdende Frau und Mutter, neidisch und machtgierig, gönnt der eigenen Tochter nicht die Entfaltung und Entdeckung des realen (männlich geprägten) Lebens und zwingt sie in eine „unterwürfige Tochterrolle“. Ich frage mich wer hier die „ideologischen Scheuklappen“ trägt vor denen Frau Weidenfeld warnt.
Ich finde es nahezu lächerlich, einer Frau Schwarzer die Macht zuschreiben zu wollen, unsere Töchter und Enkeltöchter an der Erfahrung mit der patriarchalen Komplexität hindern zu können. Spätestens seit ihrer Schulzeit steckt doch jede Frau mitten drin. Ich kann es jeder Mutter nachfühlen, welche gern die Tochter vor so manchen Auswüchsen der „Komplexität der Wirklichkeit“ bewahren möchte.

Sonntag, 10. April 2011

Nachlese

...ein paar Gedanken nach dem Ansehen der Sendung bei Arte: Traurig nach der Geburt
von Stephanie Ursula Gogolin, Lüneburg 15.01.2011

(leider habe ich den Film im Netz nicht wiedergefunden, nur den Artikel!)


Überleben allein ist mir zu wenig

Allein schon der Titel der Sendung "Traurig nach der Geburt" geht völlig an dem wirklichen Problem, der dramatischen Isolation von Müttern, vorbei. Das Fehlen jeder wirklichen Unterstützung vor und nach der Geburt, ist in den Fallbeispielen aus Frankreich und Deutschland nicht nur peinlich dargestellt worden, sondern der Beitrag besaß auch im Unterton so eine Art völlig naiven Unrechtsbewusstseins. Das wahrhaft Traurige daran jedoch war, die Akzeptanz dieser absurden Verhältnisse durch die jungen Mütter selbst.

Eigentlich müssen wir bloß den, manchmal nur latent gespürten Mangel benennen und uns das Fehlen, der wesentlichen, aber nicht vorhandenen Komponente ins Bewusstsein rufen, das Nicht-Dasein der Mütter und Großmütter, sowie die in unserer Gesellschaft generell nicht existierende Bereitschaft, das neue Leben in Empfang zu nehmen.

Ein Mangel bedeutet immer, die Nicht-Erfüllung eines Bedürfnisses, welches in diesem Fall unabdingbar zur Grundausstattung unseres Lebens gehört. Das Symptom der Abwesenheit von selbstverständlicher, grundsätzlicher Geborgenheit durch die kollektive Präsenz der Mütter in unserem patri - zivilisierten Leben, fühlt sich für mich, wie ein Gelände in einem gut geführten Tierpark an, es besteht eine relative Freiheit, doch irgendwann stoßen wir an die Gitterstäbe.

Was also ist, wenn wir den Mangel als solches gar nicht mehr wirklich empfinden? Wenn wir nur die Auswirkungen sehen und uns oft nicht erklären können, wo all das her kommt? Alle männlich / patriarchalen Erklärungen von Sokrates bis Freud oder aus religiösen Ideologien haben an dem patriarchösen Desaster nichts geändert, weil Männer nun mal (den Frauen und sich selbst) nicht wirklich das Leben erklären können.

Der grundsätzliche Mangel an Geborgenheit ist in unserer Wahrnehmung nur noch als eine Art Echo aus vergangenen Tagen vernehmbar. Und das ist hier keine Verklärung der (guten) alten Ur-Zeit, sondern der Hinweis darauf, dass, wenn wir nicht bestimmte Gefühlslagen und entsprechenden Handlungsdrang als Mensch einst erlebt und abgespeichert hätten, wüssten wir auch heute nicht um das Vorhandensein von Glück, Geborgenheit und innerer sowie äußerer Freiheit. Mit anderen Worten hätte der Mensch sich nicht bestimmte Gefühlslagen erarbeitet, existierten diese in unserem Dasein auch nicht. Aber vielleicht wären wir dann eben keine Menschen sondern so was wie Ameisen.

Es ist, wie die Berechnung eines existenten Planeten im Sonnensystem, der nicht sichtbar ist. Auf Grund seiner physikalischen Auswirkungen auf seine Umgebung wird klar, da muss etwas sein und Astrophysiker nehmen in so einem Fall ihre Beobachtungen ernst. Wir sollten es auch tun und uns selbst und unsere Beobachtungen und Erkenntnisse ernst nehmen.

Es gibt da nämlich dieses grundsätzliche menschliche Bedürfnis nach eben dieser, menschlichen und mütterlichen Nähe und Geborgenheit als einen Dauerzustand. Das wissen auch eigentlich alle und doch wird in unserer Kultur, dieses essentielle Bedürfnis geleugnet, unterdrückt, verlagert, in virtuelle und abstrakte Sphären verschoben, eventuell auf Sparflamme vorsichtig warmgehalten.

Die, so oft krankmachende, Einsamkeit der Mütter, das Abgetrenntsein von den Quellen der weiblich / mütterlichen Energie ist symptomatisch für unsere gesamte Gesellschaft.

Solidarität unter Frauen ist ein großer Schritt zur Änderung, die Hinwendung zu der verschütteten mütterlichen Ordnung fast schon ein ehrgeiziges Projekt. Aber was wirklich ständig in aller Deutlichkeit immer wieder hervor gehoben werden sollte, ist die konkrete Möglichkeit Töchter, Mütter, Großmütter prinzipiell im ursächlichen Zusammenhang zu denken und zu behandeln.

Es geht um das Erfassen und Umsetzen des Gedanken, dass Frauen (immer) in ihrer (blutsverwandten) Verbindlichkeit und Verantwortung gedacht werden müssen – jede Frau ist eine Tochter und sie hat eine Mutter und Großmutter und vielleicht sogar selbst eine Tochter. Das ist eine biologische Tatsache und die Voraussetzung des Menschseins. Jede ist selbst die gerade agierende Tochter in einer langen Reihe von Ahninnen... und nicht irgendeine, allein existierende, unverbindlich lebende Frau im patriarchösen Dilemma.

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