Kurzvortrag Hexen

Liebe Hexen, Kräuterweiber und Weise Frauen

Zweihundert Jahre Hänsel und Gretel und die Hexe ist vom Wald in die Stadt gezogen!

War dereinst die Hexe ein böses Weib und eine gefährliche Zauberin, ist sie heute eine Magie praktizierende Frau, Heilerin, Schamanin oder seriöse Beraterin. Die heutige, die Neue Hexe ist schöner als Phönix, aus der Asche der einstigen Scheiterhaufen hervorgegangen. Aber nicht nur dass sich im 20. und 21. Jhd. die Frau als solche ungeniert als Hexe fühlen kann, sie lebt und praktiziert auch in aller Freiheit, was Frau vor ein paar Jahrhunderten als Alltagskunst ausübte und nach und nach unter der Verfolgung kaum noch wagte, es sei denn sie hing den alte Bräuche und normalen Tätigkeiten ein christliches Etikett um.

Denn damals gab es die Hexe, wie wir sie heute verstehen, kennen und lieben, noch nicht. Die gute, die selbstverständliche, Hexe ist ein Phänomen der heutigen Zeit. Und sie ging aus dem Vorbild der einst normalen, Alltagskünste praktizierenden, Frau hervor und die Frau machte sich zu manchen zeiten immer schon mit geheimnisvollem weiblichen Tun verdächtig. Die christliche Konditionierung ließ den eifrigen Mönch oder braven Nachbarn zum gnadenlosen Verfolger werden. Tausende Frauen wurden einem falschen Verständnis und einer grausamen Ideologie geopfert wurden. Die Hexenverfolgung diente auch der endgültigen Durchsetzung des Christentums und war gleichzeitig eine Art Instrument der gesellschaftlichen Stressbewältigung - ob unerfreuliche Lebensbedingungen, Verstädterung in Mitteleuropa mit sich ausbreitendem Elend, das Fehlen des verbotenen und dadurch vergessenen Heilwissens, Seuchen und gravierende klimatische Veränderungen über einen langen Zeitraum... die Hexe war an allem Schuld!

Allerdings handelt es sich bei dieiser Behauptung um einen Populärmythos, der an der eigentlichen Intention der Hexenjagd vorbei geht. Die verfolgte Frau oder auch der angeklagte Mann wurden letztendlich nicht wegen magischer Praktiken oder Schadenszauber verurteilt und hingerichtet, sondern weil sie mit dem Teufel im Bunde waren. Das Teufelsbündnis war die juristische Grundlage der Prozesse. Das Anderssein oder -handeln gegenüber dem vorbildlichen Standardchristen (den es eigentlich nicht gab), konnte nur von der Verführung durch oder der Hinwendung zum, Teufel kommen. Als großer Gegner des christlichen Seins wurde damals der Gegenspieler Gottes, der Teufel, eingeführt und viele (unliebsamen) Menschen als seine Handlanger angesehen. Durch ihre Machenschaften mit dem Teufel stürzten sie gottgefälligen Gläubige ins Verderbens .

Mit dem Ende der unsäglichen Prozesse, wurde mehr und mehr die Hexe verharmlost und ging als Märchenhexe in den Alltag ein - weg von der Mythenerzählung der Erwachsenen hin zum fragwürdigen Erziehungsmittel für Kinder. Dort konnte sie, die Hexe, scheinbar nicht mehr schaden. Jedoch ging ihre Transformation weiter und weiter und statt der bösartigen Knusperhexe begegnet uns heute die gute, die weiße und weise Hexe.

Nie gab es so viele nette und liebenswerte Hexen wie heute. Jedes kleine Mädchen hat seine kleine Lieblingshexe und alle sind sie klug und pfiffig, lustig und neugierig, grad wie die lesenden Mädchen selbst. Bibi Blocksberg auf ihrem Besen Kartoffelbrei, Hexe Lilli, Hexe Lakritze und wie sie alle heißen, stehen unseren kleinen Töchtern zur Seite. Die Hexe fliegt heute direkt durchs Kinderzimmer und niemanden stört es mehr. Keine Kinderbuch-Fantasie-Geschichte in der nicht gezaubert wird und über Harry Potter wurde uns ein ganzes Universum der Zauberei eröffnet. Die Hexen sind bei Jung und Alt gesellschaftsfähig geworden.

War es noch zu meiner Kinderzeit nicht ohne, als Hexe bezeichnet zu werden, da es als Beschimpfung galt und Ächtung und Ausgrenzung bedeutete, haben heute meine Enkeltöchter Bibi-Blocksberg-Poster über dem Bett hängen und alle Harry Potter - Bände gelesen und im Rollenspiel mit den Bäschen (Kusinen) werden auch schon mal die Witches – Comicfiguren von Disney - nachgestellt (sie verkörpern die vier Elemente).

An der Hexe kommt heute fast keine Frau vorbei und schon gar nicht diejenigen, die sich für die verlorene Geschichte unserer Ahninnen interessiert. Denn die Hexe steht vor allem für ein besonders dunkles Kapitel der europäischen Geschichte – grausame fünfhundert Jahre lang!

Seit über 20 Jahren habe ich alles zum Thema ausgewertet, was mir unter die Finger kam. Geschichte und Geschichten gelesen, Märchen und Sagen untersucht, Nachschlagewerke gewälzt. Natürlich habe ich auch meine eigenen Erfahrungen mit Magie und Hexerei gemacht, aber vor allen ließen mich die Schicksale der Frauen nicht los, die sozusagen stellvertretend für alle Frauen starben und ein Exempel darstellten.

Das wahre Ausmaß der Hexenverfolgung und die Hintergründe der Gräuel, die politischen Zusammenhänge und die Einzelschicksale waren für mich bei meinen Recherchen kaum auszuhalten, aber bei meiner „Selbstfindung“ fand ich das Wissen um diesen Holocaust letztlich hilfreich. Es gibt auch heute noch Frauen, denen die Verfolgung und Folterung von einst in den Knochen stecken, die die Flammen auf der Haut förmlich spüren.

Die Mütter meiner / unserer Generationen haben sich nicht als sehr geeignete und geneigte Führerinnen auf meinem Weg erwiesen und ich bin mir nicht sicher, ob ich meiner Aufgabe bei meinen Töchtern in deren jungen Jahren gerecht geworden bin, so schlau wie heute war ich nicht immer. Wie ich schon des öfteren bemerkte, in meiner Zeit als JungFrau gab es keine Weise Alte. Um so wichtiger die verschüttete und verdrängte Geschichte der Frauen auszugraben und sichtbar zu machen.

Auch ist das allgemeine Hexentabu noch nicht gebrochen und die undurchschaubare, nicht wirklich erklärbare Hexe ist immer wieder Thema in Frauengesprächen (ja es gibt sie noch die Frau, die sich vom Hexesein distanziert). Im Internet beim Bloggen, in Zeitschriften und im Fernsehen wird immer wieder gefragt: Gibt es wirkliche Hexen?
Gemeint ist dabei wohl eher die unberechenbare Frau, diejenige, die tatsächlich das Dasein wandeln kann - eine Restunsicherheit bleibt, wie mir scheint…

Jedenfalls gab es Jahre zuvor ein Ereignis der besonderen Art, das die Welt erschütterte, obwohl die allgemeine Kenntnisnahme davon gering war. Die bis dahin tot geglaubte Hexe ist sozusagen leibhaftig zurückgekehrt:
Tremate, tremate, le streghe son’ tornate! - Zittert, zittert, die Hexen kommen zurück!
Die von Frauen bewegte Zeit machte es möglich. Luisa Francia schreibt über die erste reine Frauendemonstration in Rom (1972) – sie spricht sogar von einer spirituellen Frauenbewegung. Und ich nenne es den Beginn der Frauenaufklärung – die Ära der Aufklärung der Frau durch die Frau - für alle Menschen.

Heute verstehen wir unter einer Hexe, eine freie Frau, die Verantwortung für das Leben trägt, die die magischen Fähigkeiten, die einer jeden Frau zu Eigen sind, verantwortlich einsetzt und die ihre Gefährtinnen schätzt. Die Neuen Hexen versöhnen uns mit dem begangenen, unvorstellbaren Unrecht und geben der „bösen“ Hexe von einst ein neues Image. Und das so gründlich, dass sich heute kaum noch eine vorstellen kann, dass es vor fünfhundert Jahren als „die Hexe“ ins Fadenkreuz ihrer Verfolger geriet, die „gute“ Hexe gar nicht gab. Die Durchschnittsfrau des späten Mittelalter, die ab sofort der Hexerei verdächtig werden konnte, besaß derzeit noch teilweise eine große Eigenständigkeit und verfügte über Vermögen und ein eigenes, überliefertes weibliches Wissen - das war alles.

Die „Hexe“ ist ein Kunstwort. Es wurde ein vorhandener Begriff aus verschiedenen Quellen aufgegriffen und verbreitet, gewissermaßen ein Label geschaffen, für all die unliebsamen Weiber, die nicht ins christliche Idealbild passten. Und wie auch in der heutigen Werbung, wurde ein Wort benutzt oder gebräuchlich gemacht, das schon bekannt war, einfach, kurz und knapp und durch das X in der Mitte besonders einprägsam. Und Hexe ist eines der wenigen weiblichen eigenständigen Worte, von denen die männliche Form abgeleitet wird. Das Wort Hexe ist von der Bedeutung her durch und durch weiblich und somit für mich auch ein eindeutiger Hinweis darauf, dass es sich bei seinem Einsatz um einen Kunstgriff bei der gezielten Vernichtung bestimmter Frauen handelte. Was eine Hexe ist, wurde von ihren Verfolgern definiert und im öffentlichen Verständnis war der Begriff der Hexe von Anfang an nicht positiv besetzt. „Die Hexe“ wurde also „erschaffen“ und sie ward von Anbeginn sogleich schändlich, irrgläubig und mit dem Teufel im Bunde. Einem Teufel, der in dieser gängigen Form auch erst zuvor erfunden worden war!

Die bis dahin wenig bedeutende Hexe wurde also auf einmal in die allgemeine Aufmerksamkeit gerückt (Hexenhammer) und so zur permanenten Alltagsbedrohung. Die Manipulation von Seiten der Kirche verlor sich dann in dem sogenannten Hexenwahn. Und bis in unsere Zeit wurden bestimmte Vorstellungen übernommen, ohne das Bedürfnis zu spüren die Ursprünge zu erforschen. Es dauerte lange bis Frauen wissen wollten: Warum - Wieso - Wer?

Bei der Betrachtung des Hexenphänomens ist eine der Seiten die massive Last der Geschichte, die im gesellschaftlichen Kontext immer noch nicht anerkannt wird und auf der anderen Seite, die persönliche Wahrnehmung jeder einzelnen Frau.
Von manchen Frauen wird die Hexe immer noch abgelehnt und andere identifizieren sich mit ihr. Letztendlich bringt sie uns jedoch unseren Ahninnen näher.
(Wenn eine noch eine kompetente weibliche Meinung lesen möchte, empfehle ich auch das Buch von Erika Wisselink: "Hexen - warum wir so wenig von ihrer Geschichte erfahren und was davon auch noch falsch ist" - Verlag Frauenoffensive.)

Heute sind Hexenverfolgungen weltweit immer noch im Gange, z. B. in Afrika und durchaus auch mit tödlichem Ausgang. In den fünfziger Jahren hatte jedes Dorf noch seine Hexe und im westlichen Deutschland wurden noch die Gerichte bemüht, um Hexen des Schadenszaubers anzuklagen, sowie kam es lange noch zu großen und kleinen Übergriffen der Landbevölkerung.

Was mit der Hexenverfolgung zu jener Zeit erreicht wurde:
  • christliches Gedankengut nachdrücklich zu verbreiten
  • die Existenz von Teufel und Hölle als ständiger Furchtfaktor in den Köpfen der Menschen zu etablieren
  • noch vorhandene alte Kulte und die Kultur der Ahninnen auszulöschen
  • den freien Status der Frau zu untergraben und undenkbar zu machen
  • die Tochter von der Mutter im Geiste zu separieren und von ihrem realen Einfluss zu trennen
  • den Frauen einen solchen Schrecken einzujagen, dass sie ihn bis heute nicht vergessen haben
  • den Frauen ihre Identität mit dem Weiblich-Göttlichen zu nehmen
  • die teilweise noch vorhandene Subsistenz zu ruinieren (Beginen)

Was ist eine Hexe und gab es die Hexe nicht schon immer - Die Wanderin zwischen den Welten?

Die historische Hekse, die klassische (christliche) Hexe, die moderne Häxe*, die Märchenhexe und Hagezussa, die Zaunreiterin.
Die einfachste und für mich auch schlüssige Erklärung, die ich einmal angeboten bekommen habe, war: Eine Hexe ist eine Frau die hexen kann.
Ob Crone, Kona, Spakone, Drude, Hag, Hex, Zauberische, Weise Frau (wise fru), Gode, Jöde, Böterin, Kräuterweib(lein), Hebamme –  es sind alles Bezeichnungen für Frauen, die meist mehr alltägliche als magische Tätigkeiten ausübten. Es sind Titel oder eigentlich Berufsbilder, die auch territorial variieren. Ich würde sagen, es gab eine Vielzahl von kundigen Frauen unter verschieden Bezeichnungen, die das verkörperten, was wir heute unter einer Hexe verstehen.
Wenn wir verschiedenen Deutungen folgen, so ist eine Zauberin, eine Wissende! Und genau das führt uns geradewegs zum kulturellen und spirituellen Wissen unserer AhnInnen!
 
* siehe auch Gyn/Ökologie ab S.9 - die Einleitung der Übersetzerinnen (u.a. Wisselink)

Bei Wikipedia finden wir auch:
Eine Hexe war im Volksglauben eine mit Zauberkräften ausgestattete, meist weibliche, heil- oder Unheil bringende Person, die im Rahmen der Christianisierung häufig mit Dämonen oder dem Teufel im Bunde geglaubt wurde. Das Wort Hexe ist ein Sammelbegriff, der viele Ausrichtungen wie zum Beispiel Incantata (Beschwörende), Bacularia (Besenreiterin), Herberia (Kräuterfrau), Strix (Eule) u.v.m zusammenfasst.
Zur Zeit des Hexenwahns wurde Hexe als Fremdbezeichnung auf Frauen und Männer angewandt, um aus unterschiedlichen Motiven die gewünschte Verfolgung zu erreichen. Für die Verwendung auf Männer als "Hexer" oder "Hexenmeister", auch "Drudner"…

und auch aus Wikipeda: Der Hexenhammer (lat. Malleus Maleficarum) ist ein Werk zur Legitimation der Hexenverfolgung, das derDominikaner Heinrich Kramer (lat. Henricus Institoris) nach heutigem Forschungsstand im Jahre 1486 in Speyer veröffentlichte und das bis ins 17. Jahrhundert hinein in 29 Auflagen erschien.

Der Begriff der Hexerei kam offiziell 1402 in Luzern auf.

Sowie ein noch paar Ableitungen und Querverbindungen zu denen sich jede ihre eigenen Gedanken machen kann:
stringa - vogelgestaltiger Dämon - lat. Strix - Eule; strega ital. – Kreischende;
ägypth. heg – Matriarchin (vordynastisch); hekau – Worte der Kraft;
Hekate – griech. Göttin der Unterwelt – Alte; Hel – griech. Tochter, Jungfrau
oder nord. Göttin der Unterwelt; hagi – nord. Heiliger Hain; hexen – zaubern, Magie ausüben;

Ende des 12. Jh. wurden die letzten alten (nichtchristlichen) Kulturen (Rügen) getilgt und in jener Zeit kamen die ersten Hexenverfolgungen in Gang. Der Glaube an Zauberinnen, die Vorläuferin der „christlichen Hexe“, ist altgermanisch. Später, ab 13.Jh. gilt die Hexe als Teufelsbuhlin. („… eine Hexe ist eine Frau, die sich, obwohl sie die Gebote Gottes kennt, dem Teufel verschreibt!“ – aus dem Film: Die Neun Pforten)

Die Töchter der Hexen waren immer auch Hexen!
Hexe war frau von Geburt! Es ist ein natürliches Denken, dass die Tochter die Mutter beerbte, die Künste von ihr lernte. Um zu Überleben taten Töchter schon immer gut daran von den Müttern zu lernen. Doch irgendwann kam der Moment und besonders zur Zeit der Hexenjagden, da taten die Töchter auch scheinbar gut daran, sich von der Mutter oder Großmutter zu distanzieren! Es war sicherer sich eines männlichen Beschützers zu versichern, als auf schwache und entmachtete Weiblichkeit zu vertrauen.

Die überlieferten Lebensweisen und spirituellen Grundlagen eines Volkes sind jedoch nicht so leicht zu missionieren oder auszurotten. Selbst wenn die eigenen Machthaber, Regenten und ideologischen Führer an diesem Volk zu Verrätern werden. Wir sehen an den Volksbräuchen, die sich bis jetzt erhalten haben - oft nur unter christlichem Vorzeichen-  wie sich das regionale Lebensverständnis unserer Vorfahren in unseren Breiten erhalten hat und doch nicht völlig verschwunden ist. Die Trägerin der Alltagskultur, die mitteleuropäische Frau war einmal recht unabhängig, vor allem in spiritueller, aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht.
(siehe auch Holle – Vortrag)
Das natürliche Leben und Verhalten und die damit einher gehende Eigenmacht der Frau, war den Ideologen (Kirchenmännern) ein Dorn im Auge. Ließ es sich doch nicht mit der Idee vereinbaren, dass alles Leben und sein Erhalt ein Geschenk ihres Gottes ist. Die natürliche starke Frau passte nicht in ihren Heilsplan.
A.& B. Pease „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“
Die Rollenverteilung, die sich bei uns im Laufe der Evolution herausgebildet hat, hat Frauen und Männer mit den biologischen Fertigkeiten und Sinnen ausgestattet, die zum Überleben notwendig sind. Was man häufig als Hexerei, übernatürliche Kräfte oder weibliche Intuition bezeichnete, wird seit den achtziger Jahren … und lässt sich in den meisten Fällen auf die besser entwickelten Sinnesorgane der Frau zurückführen. Hexen waren selten etwas anderes als ganz normale Frauen, die von Männern zum Tode verurteilt wurden, denen die biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht einleuchten wollten. Frauen sind schlicht und ergreifend besser darin…

Oder wie eine Freundin sagte: „…alles Eigenschaften von Frauen, die Männer sich nicht erklären können!“

Was also die heutige Hexe praktiziert, gehörte einst für jede Frau zum Alltag.
Die Bräuche und Rituale wurden durch sie erhalten – Handlungen des täglichen Wirtschaften, von der Hausmutter bedachtsam ausgeführt; Gemeinsames Zeichensetzen im Jahresablauf; Initiationen im Lebenskreis eines Menschen; das Rufen hilfreicher Geister, das sich Verbinden mit den Elementen in der Natur - das Träumen und Fühlen, das Sehen und das Wandeln, das Sagen und das Künden - war tägliche Arbeit einer jeden Frau.

Aus einem Sprichwortlexikon:
Man ist nie zu alt zum Lernen, sagte die alte Frau, da lernte sie noch hexen.

Oder wie Luisa Francia sagt: Magie ist die Kommunikation mit den Kräften der Natur! 

Und diese Form der Kommunikation hat viele Namen: Hexen, Zaubern, Magie ausüben, Heilen, Wandeln, Rufen, Kochen - die Kunst des Seidr, Beschwören, Besprechen, Verwünschen, Bannen, Binden, Lösen, Lozen, Raunen, Sehen, Erzählen, Weissagen, Erinnern, Bewahren und einfach nur Wissen!

Nun noch kurz und launig ein paar Worte zu den unabdingbaren Werkzeugen und Attributen einer Hexe:

Der Hexenbesen – Reinigungsgerät, das sich zum Fegen, Tanzen und Fliegen eignet, als Hexe des Ostens düst die Baba Yaga auf ihrer Ofengabel durch die Lüfte, während die westliche Hexen den gebundenen Reisigbesen bevorzugt, da er aerodynamisch unschlagbar ist.

Der Hexenhut – Unter dem Hexenhut wird alles gut, reimte ich einst für die Enkeltöchter oder wie es bei Charmed in Folge sowieso heißt: …in ihm findet alle Zauberei ihren Ort und magisch verstärkt er unsere Wünsche…

Der Hexenkessel – Was wir in ihm kochen und sieden wollen, sollte immer mit Bedacht gewählt, ernsthaft gewogen, ehrfürchtig gerührt und mit Liebe und Weisheit gewürzt sein. In der rechten Zeit und mit dem rechten Maß! Dann noch ein kleiner Spruch dabei - fertig ist die Hexerei. In diesem Sinne sage ich:

Auf, lasst uns weiter die Vergangenheit heraufbeschwören, im Heute fröhlich hexen um Bestehendes zu wandeln und um das Morgen zu erhalten!

Und wenn eine Hexe jetzt noch mit der Freundschaft zu einer schwarzen oder bunten Katze gesegnet ist, kann sie getrost in der Walpurgisnacht zum Brocken reisen, per Besen natürlich!

Es grüßt Euch
Spakone Ursula Marthastocher




Stephanie Gogolin, Troisdorf, 13.03.07 / überarbeitet, gekürzt und aktualisiert Lüneburg Oktober 2011