Freitag, 6. Januar 2012

Und heute mal...

... ein Zitat von Karl Kraus: 




Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, 
man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!
  


Montag, 21. November 2011

Gemeinsam waschen

...manches lässt sich einfach nicht mehr in Ordnung bringen, nicht mit Waschen, nicht mit Spülen, nicht mit Kernseife oder Bleichen. 

Da hatte es das Waschweib vielleicht eilig gehabt, war emsig, vielleicht auch unaufmerksam und schwupps ist in die hellen Wäsche eine rote oder blaue Socke geraten und zum Schluss ist die ganze Wäsche verfärbt. Oder die Flecken gehen nicht mehr raus, hinterlassen Spuren, die mich noch lange erinnern: da hast du so was von nicht aufgepasst.

Im Umgang mit Menschen ergeht es einer manches Mal genauso. Wenn wir nicht aufpassen oder uns zu schnell auf Gespräche oder Verhandlungen einlassen, können wir auch ab und zu eine böse Überraschung erleben. Dann kommt plötzlich eins zum anderen, der Kessel schäumt, die Waschweiber sprechen über Temperatur, Wasserhärte, Schleuderzahlen und manch eine redet sich um Kopf und Kragen - ja und dann ist das Kind in den Brunnen gefallen oder die Wäsche verfärbt.

Dabei weiß ich doch sonst eigentlich genau, was ich tue. Ich sortiere meine Wäsche sorgfältig, wasche nicht einfach drauf los, denn ich mag meine Sachen und beherzige, dass heutzutage die Wäsche nicht wie zu Omas Zeiten durchgerubbelt, sondern gepflegt wird. 

Erklärungen oder ein sich Rechtfertigen machen jedenfalls eine Sache höchst selten besser. Je mehr das Waschweib in Versuchung gerät ihren Standpunkt und ihre Meinung, noch mal und noch mal, zu erklären, je eifriger sie weitere Metaphern heranzieht, um endlich verstanden zu werden, desto mehr kann ihrer Aufmerksamkeit entgehen, dass die Gesprächspartnerinnen an einem Verständnis gar nicht interessiert sind. Und plötzlich stehst du da, bekommst nasse Lappen um die Ohren und, wie oben gesagt, die ganze Wäsche ist verfärbt.

Aber vielleicht ist diese Wäschemetapher auch ungeeignet, einen solchen Alltagskonflikt zu beschreiben. Ich hätte einfach, als ich gesehen habe, dass andere mit dunklen Socken hantieren, den Waschsalon verlassen und in meinen guten alten Waschkeller gehen sollen...

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Mittwoch, 13. Juli 2011

Das Rapunzelkomplott

... in dem Zeit - Artikel  "Der Rapunzelkomplex" geht es wieder einmal um Mütter und Töchter, Altfeminismus und "richtige" Emanzipation, nämlich der Emanzipation von der Mutter! Ich habe dazu einen Kommentar geschrieben, den ich hier auch beim Waschweib veröffentliche.



Rapunzelkomplott

Die junge Frau wird durch die alte Frau am wahren Leben gehindert!
- Das ist also die Aussage dieses neuen Rapunzelfilmes. Warum wundert es mich nicht, dass diese Devise durch einen Disneyfilm transportiert wird. Das Klischee hatten wir doch schon bei Dornröschen und der bösen Malefiz und bei den anderen neckischen Zeichentricksereien.
Denn statt Frauenbilder und Frauenbindungen endlich aus den konditionierten, tendenziösen Traditionen zu lösen, versteigen sich die Macher dieses Filmes von dem märchenüblichen Hexen- oder Böse-Fee-Bild schlicht zur gemeinen Mutter einer jungen Frau. Es geht um eine „destruktive Mutter-Tochter-Beziehung“, also angeblicher Alltag pur. Die Mutter als Feindbild, als Antagonistin, das ist neu im Rapunzelturm. Aber nicht neu in der Literatur und der öffentlicher Meinung. Im Original(märchen) allerdings wird Rapunzel durch den eigenen Vater einer "bösen" Zauberin überantwortet.
Ich bin nur verblüfft, dass immer noch sofort alle bereit sind, der Idee zu huldigen, die älter werdende Frau und Mutter, neidisch und machtgierig, gönnt der eigenen Tochter nicht die Entfaltung und Entdeckung des realen (männlich geprägten) Lebens und zwingt sie in eine „unterwürfige Tochterrolle“. Ich frage mich wer hier die „ideologischen Scheuklappen“ trägt vor denen Frau Weidenfeld warnt.
Ich finde es nahezu lächerlich, einer Frau Schwarzer die Macht zuschreiben zu wollen, unsere Töchter und Enkeltöchter an der Erfahrung mit der patriarchalen Komplexität hindern zu können. Spätestens seit ihrer Schulzeit steckt doch jede Frau mitten drin. Ich kann es jeder Mutter nachfühlen, welche gern die Tochter vor so manchen Auswüchsen der „Komplexität der Wirklichkeit“ bewahren möchte.

Sonntag, 10. April 2011

Nachlese

...ein paar Gedanken nach dem Ansehen der Sendung bei Arte: Traurig nach der Geburt
von Stephanie Ursula Gogolin, Lüneburg 15.01.2011

(leider habe ich den Film im Netz nicht wiedergefunden, nur den Artikel!)


Überleben allein ist mir zu wenig

Allein schon der Titel der Sendung "Traurig nach der Geburt" geht völlig an dem wirklichen Problem, der dramatischen Isolation von Müttern, vorbei. Das Fehlen jeder wirklichen Unterstützung vor und nach der Geburt, ist in den Fallbeispielen aus Frankreich und Deutschland nicht nur peinlich dargestellt worden, sondern der Beitrag besaß auch im Unterton so eine Art völlig naiven Unrechtsbewusstseins. Das wahrhaft Traurige daran jedoch war, die Akzeptanz dieser absurden Verhältnisse durch die jungen Mütter selbst.

Eigentlich müssen wir bloß den, manchmal nur latent gespürten Mangel benennen und uns das Fehlen, der wesentlichen, aber nicht vorhandenen Komponente ins Bewusstsein rufen, das Nicht-Dasein der Mütter und Großmütter, sowie die in unserer Gesellschaft generell nicht existierende Bereitschaft, das neue Leben in Empfang zu nehmen.

Ein Mangel bedeutet immer, die Nicht-Erfüllung eines Bedürfnisses, welches in diesem Fall unabdingbar zur Grundausstattung unseres Lebens gehört. Das Symptom der Abwesenheit von selbstverständlicher, grundsätzlicher Geborgenheit durch die kollektive Präsenz der Mütter in unserem patri - zivilisierten Leben, fühlt sich für mich, wie ein Gelände in einem gut geführten Tierpark an, es besteht eine relative Freiheit, doch irgendwann stoßen wir an die Gitterstäbe.

Was also ist, wenn wir den Mangel als solches gar nicht mehr wirklich empfinden? Wenn wir nur die Auswirkungen sehen und uns oft nicht erklären können, wo all das her kommt? Alle männlich / patriarchalen Erklärungen von Sokrates bis Freud oder aus religiösen Ideologien haben an dem patriarchösen Desaster nichts geändert, weil Männer nun mal (den Frauen und sich selbst) nicht wirklich das Leben erklären können.

Der grundsätzliche Mangel an Geborgenheit ist in unserer Wahrnehmung nur noch als eine Art Echo aus vergangenen Tagen vernehmbar. Und das ist hier keine Verklärung der (guten) alten Ur-Zeit, sondern der Hinweis darauf, dass, wenn wir nicht bestimmte Gefühlslagen und entsprechenden Handlungsdrang als Mensch einst erlebt und abgespeichert hätten, wüssten wir auch heute nicht um das Vorhandensein von Glück, Geborgenheit und innerer sowie äußerer Freiheit. Mit anderen Worten hätte der Mensch sich nicht bestimmte Gefühlslagen erarbeitet, existierten diese in unserem Dasein auch nicht. Aber vielleicht wären wir dann eben keine Menschen sondern so was wie Ameisen.

Es ist, wie die Berechnung eines existenten Planeten im Sonnensystem, der nicht sichtbar ist. Auf Grund seiner physikalischen Auswirkungen auf seine Umgebung wird klar, da muss etwas sein und Astrophysiker nehmen in so einem Fall ihre Beobachtungen ernst. Wir sollten es auch tun und uns selbst und unsere Beobachtungen und Erkenntnisse ernst nehmen.

Es gibt da nämlich dieses grundsätzliche menschliche Bedürfnis nach eben dieser, menschlichen und mütterlichen Nähe und Geborgenheit als einen Dauerzustand. Das wissen auch eigentlich alle und doch wird in unserer Kultur, dieses essentielle Bedürfnis geleugnet, unterdrückt, verlagert, in virtuelle und abstrakte Sphären verschoben, eventuell auf Sparflamme vorsichtig warmgehalten.

Die, so oft krankmachende, Einsamkeit der Mütter, das Abgetrenntsein von den Quellen der weiblich / mütterlichen Energie ist symptomatisch für unsere gesamte Gesellschaft.

Solidarität unter Frauen ist ein großer Schritt zur Änderung, die Hinwendung zu der verschütteten mütterlichen Ordnung fast schon ein ehrgeiziges Projekt. Aber was wirklich ständig in aller Deutlichkeit immer wieder hervor gehoben werden sollte, ist die konkrete Möglichkeit Töchter, Mütter, Großmütter prinzipiell im ursächlichen Zusammenhang zu denken und zu behandeln.

Es geht um das Erfassen und Umsetzen des Gedanken, dass Frauen (immer) in ihrer (blutsverwandten) Verbindlichkeit und Verantwortung gedacht werden müssen – jede Frau ist eine Tochter und sie hat eine Mutter und Großmutter und vielleicht sogar selbst eine Tochter. Das ist eine biologische Tatsache und die Voraussetzung des Menschseins. Jede ist selbst die gerade agierende Tochter in einer langen Reihe von Ahninnen... und nicht irgendeine, allein existierende, unverbindlich lebende Frau im patriarchösen Dilemma.

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Sonntag, 3. April 2011

Umleitung

Die Zauberworte von März und April finden sich auf KurzundProsa


Sonntag, 27. Februar 2011

Statt eines Kommentars

„...ich habe keine Langeweile, das kenne ich gar nicht...“, wie oft schon habe ich das selbst gesagt. 
 
Besonders Frauen scheinen stolz darauf zu sein, keine Langeweile zu kennen, immer zu tun und damit eine Existenzberechtigung in unserer Welt zu haben. Wenn ich sichtbar fleißig oder sonst wie tätig bin, werde ich weder gefragt: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“, noch für Arbeiten heran gezogen, die ich nicht machen will. So wie in der Kindheit.

Da haben wir nämlich gelernt, dass Langeweile höchst verwerflich ist. Dass wir einfach keine Lange Weile zu haben haben. Einfach nur rumsitzen, nichts zu tun, vor uns hinträumen, war den Erwachsen aber so was von suspekt. Schließlich wurde ihnen diese Art der ineffektiven Tagesgestaltung auch schon ausgetrieben. Deshalb sind wir heute stolz darauf, dass uns nie langweilig ist. Es ist ein Zug unserer Zeit, selbige immer auszufüllen, mit irgend etwas beschäftigt zu sein. Sich regen bringt Segen! Solcher Art Sprüche haben schon unsere Vormütter auf Trab gehalten und die stets nimmermüden Hände finden dann auch auf so manchem Grabstein ihre Erwähnung.

Dabei gibt es eigentlich überhaupt kein wirkliches Nichtstun! Unser Körper, einschließlich des ständig betriebsamen Gehirns, „arbeitet“ immer und wenn nicht, dann sind wir tot.

Allerdings kann eventuell ein Tag kommen, an dem irgendein Fiasko unseren hochtourigen Alltag ausbremst und wir vielleicht nicht mal mehr Stricknadeln halten oder den Text auf dem Bildschirm lesen können. Die junge Alte wird dann vielleicht durch eine Krankheit oder sonst wie vom Schicksal zu einer partiellen Untätigkeit verdonnert. Oder die bisher zu Versorgenden sind plötzlich, warum auch immer, nicht mehr vorhanden. Keine tagefüllenden Aufgaben mehr zu haben, dafür ist nicht jede dankbar, besonders nicht, wenn damit der unerwünschte Gedanke einhergeht, ...ich werde nicht mehr gebraucht! Nicht gebraucht werden ist für manche gleichbedeutend mit „... da könnte ich auch tot sein!“ oder einfach nur: „Wie soll ich ab jetzt den Tag bloß rumbringen?“ 
 
Vom Innehalten bis zur Langen Weile ist es allerdings noch ein gutes Stück, denn um Langeweile auch spüren zu können, muss auch alles andere bereits erledigt sein oder andere haben sich der Erledigung dessen, was uns sonst in Atem hielt, angenommen. Plötzlich ist da eine leere, überflüssige, flüssige Zeit und wir müssen mitunter tief graben, um unser Potential zu aktivieren, dass die Weile, die Lange zur angenehmen Lebenszeit macht. Ohne, dass wir gleich wieder das Verlangen spüren, diese kostbare Zeitdehnung mit hohlem Tand und Tun zu zu kleistern.

Seit ich in meinem Leben wieder gelegentlich Langeweile oder müßigen Müßiggang habe, kann ich in Ruhe Gedanken zu Ende denken, in Erinnerungen kramen, manches erst jetzt verstehen, was mir dereinst undurchsichtig erschien. Ich genieße das öde Tropfen der Minuten im großen Stundenglas des Tages und stelle mir vor, es gäbe gar kein Tempo auf der Welt. 

Dann lobe ich mir die Lange Weile und wünsche, sie möge ewig dauern...



Mittwoch, 23. Februar 2011

Das Treffen


Viele von ihnen saßen erschöpft auf ihren Stühlen, manche sahen sogar ein wenig herunter gekommen aus und andere wiederum zufrieden oder feist und wohlgenährt. Eine stattlich Menge hatte sich um die schlicht gedeckte Tafel versammelt. Scheinbar mehr noch als im Vorjahr.

Gibt es heute wieder nur Buchstabensuppe, mäkelte ein besonders dünnes, nichtssagendes Wort.

„Was hättest du denn gern? Silbenhackbraten?“, schmetterte die Köchin der Suppe, das Alphabet, die Nörglerin ab. Neben ihr saß, fett und aufgebläht, die Liebe und rülpste: „Ich kann gar nichts mehr zu mir nehmen, überall, wo ich vorbeikomme, werde ich vollgestopft, das meiste davon ist unbekömmlich...!“, und sie bekam einen Schluckauf.

„Wehr dich doch!“, meinte die Emanzipation etwas schnippisch, „Ich werde ja kaum noch gebucht!“ Sie hatte ihren bekannt forschen Ton am Leib, aber seit sie nicht mehr in aller Munde war, klang sie manchmal etwas biestig. 
 
„Dann sei doch froh, dass du deine Ruhe hast! Ich erlebe zur Zeit eine derart unerfreuliche Beliebtheit, dass ich manchmal nicht weiß, wo mir die Köpfe stehen.“ Klagte das sonst so ausgeglichene Matriarchat. „Alle zerren an mir herum, sprechen mir die Existenz ab oder erwarten von mir, dass ich die Zukunft rette. Als ob es da was zu retten gäbe, schließlich gibt es eine Zukunft auch ohne Worte. Nicht wahr!“

„Aber Hallo, Baby! Das ist so gewiss, wie es eine Vergangenheit gibt.“ Die Zukunft blickte herausfordernd in die Runde. Gerade wollten sich schon die Epoche und die Zeit in den ewigen Auslegungsstreit mischen, als das Licht gedämpft wurde und ihnen aus dem rosigen Dämmern die Sanftheit zuflüsterte: „Seid bitte nicht so negativ, wir möchten beginnen!“ 

Und es wurde still. Die Magie umschritt, Hand in Hand mit dem Ritual, feierlich die riesige runde Tafel und es legte sich wohltuende Ruhe über die aufgebrachten Gemüter und die Bedrückten schöpften neue Hoffnung. Die Feierlichkeit und die Gelassenheit nickten anerkennend. Dann erhob sich die Effizienz, ein sehr imposantes Wort, das sich zur Zeit großer Beliebtheit erfreut und setzte zu ihrer Eröffnungsrede an: „ ...ich bitte um eure Aufmerksamkeit! Wir wollen doch endlich zur Sache kommen!“ Dabei nickte sie schelmisch zur Sache und der Aufmerksamkeit hinüber. 

„Meine lieben anwesenden Worte! Die Struktur und die Effektivität haben das diesjährige Programm, das neben euren Schüsseln liegt, besonders sorgfältig ausgearbeitet und wir sind ihnen dafür überaus dankbar. Auch sie hatten es in letzter Zeit nicht leicht und kommen so oft zum Einsatz, dass sie oft nicht wissen, wie sie heißen. Entschuldigung, kleiner Scherz.“

Nach dem verhaltenen Lachen setzte die Effizienz ihre Rede feierlich fort: „Jedenfalls freue ich mich sehr, dass auch heute wieder, an unserem 193792. Kongress unseres Vereins WORTE DER FRAUEN, wieder die zahlreiche und wie ich feststellen musste, wachsende Beteiligung zeigt, dass unser Anliegen ernster denn je genommen wird.
Den Hauptvortrag unseres Treffens hat heute unser allseits geschätztes Paradigma übernommen. Neben ihr, ihr Redepartner, der Wechsel. Seit neustem treten die beiden, wie wir wissen, vermehrt in Gemeinschaft auf. Wir sind gespannt, was sie uns zu sagen haben.“

Die redegewandte Effizienz machte eine kleine Pause und nippte effektvoll an ihrem Glas Gänsewein. 
 
„Wie ich sehe, können wir auch in unserer Runde einige Neuzugänge begrüßen. Sie werden sich später noch selbst vorstellen.
Das Patriarchat und die Revolution, die einen Gastvortrag halten wollten, lassen sich für heute entschuldigen. Sie sind derzeit im Definitionsausschuss ihres Vereins MASKULINE WORTWAHL zu sehr beschäftigt. Doch bevor sich die liebe Ungeduld wieder zu Zwischenrufen hinreißen lässt, sage ich erst einmal Guten Appetit! Die Suppe ist heute besonders köstlich und reichhaltig und nach dem Essen beginnen wir mit den Vorträgen und Gesprächsrunden. Den Abschluss bildet dann wieder, wie in jedem Jahr, das Rufen und das Künden. Ausgeführt in beliebter Weise von der Weisheit, dem Hellsehen und dem Geheimnis. Ich wünsche allen einen sagenhaften Tag mit nachhaltigen Erkenntnissen. Erheben wir das Glas auf die WORTE DER FRAUEN und unsere weitere intensive Zusammenarbeit. Zum Wohl!“

„Habt ihr schon angefangen?“ Im Eingangsbereich stand ein blasser kaum wahrnehmbarer Schatten. Alle anwesenden Worte blickten angestrengt in die Richtung aus der das dünne Stimmchen kam und viele fragten erstaunt: „Bist du es, …?“


Sonntag, 20. Februar 2011

Kalenderblatt im Februar



... manche haben mit ihren Äußerungen über Strukturveränderungen und Paradigmenwechsel die Wirkung einer Abrissbirne! Das finden nicht alle lustig, besonders dann nicht, wenn die baufälligen Gebäude von ihnen noch bewohnt werden...



Freitag, 11. Februar 2011

Brief


Liebe Frauen,

… es ist recht verbreitet, Partnerschaftlichkeit zwischen Mann und Frau als zukunftsweisend zu loben und immer öfter höre ich die Meinung, wenn Mann und Frau eines Tages partnerschaftlich mit einander umgehen, könnte das den Paradigmenwechsel herbeiführen und uns sogar in eine matriviviale Zukunft führen.

Frau setzt auf Männereinsicht, -vernunft und -handeln und darauf, dass Frauen, den ihnen zustehenden Anteil an der Welt endlich einfordern und auch erhalten. 
Und da sind sie wieder: unsere drei Probleme!
  • Einsicht in die Notwendigkeit, auch Frauen ihre innere und äußere Freiheit zuzugestehen.
  • Vernunft walten zu lassen, also gesunden Menschenverstand zur Anwendung zu bringen, wenn es um die Existenzberechtigung der lebenden Menschen geht.
  • Handeln als lebenserhaltendes Ausdrucksmittel im Kreislauf des (An)Nehmen und Gebens.

Partnerschaft ist ein gut etablierter, patriarchaler Begriff

An dem Begriff der Partnerschaft stört mich, dass er eigentlich ein so durch und durch patriarchales Ding ist. Ich kann ja grundsätzlich den Sinn hinter dem Bestreben, das Wort Ehe oder Beziehung durch den Begriff der Partnerschaft zu ersetzten, verstehen. Partnerschaft hört sich solide an, verbreitet so eine Aura von gleichberechtigtem Miteinander.

Aber von der eigentlichen Bedeutung her, hat Part(ner) nichts mit Gleichberechtigung oder -behandlung zu tun, sondern bezeichnet erst einmal nur eine Teilhabe an derselben Sache. Ein Part ist auch eine Rolle oder ein Gesangsstück für einen Künstler. Es ist eine Beteiligung an einem größeren Ganzen. Menschen kommen per Bereitschaftserklärung zusammen, um sich an einem gemeinsamen Projekt oder Geschäft oder einer Beziehung zu beteiligen. Um Partner in einer gemeinsamen Angelegenheit zu sein, muss vorab geklärt werden, wie die Unternehmung konkret aussehen soll.

In einem gewöhnlichen Geschäft bedeutet das, dass es aktive oder auch stille Teilhaber gibt. Die Grundlage in einer wirtschaftlichen Partnerschaft ist das Geld, die Einlage in das Unternehmen. Oder auch die Produktionsmittel oder die eigene Arbeitskraft, die in Geldwert umgerechnet wird.

Aber nicht jeder, der in einem Unternehmen arbeitet, ist ein Partner. Der Begriff des Partnersein betrifft nur die Verantwortungsträger, also die Inhaber oder Bestimmer. Die Beteiligung oder das Mitmachendürfen (der Lohn- bzw. Mitarbeiter) kann auch jederzeit (abrupt) enden. Das Unternehmen ist an einen gewissen wirtschaftlichen Erfolg geknüpft, weniger an die Zufriedenheit und das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter. Das Ziel der Unternehmung ist Gewinn für die Eigentümer. Profit als eine Machtgrundlage.

Das Unternehmen der menschlich persönlichen „Partnerschaft“ (die heutige Bezeichnung für Zweier - Lebensgemeinschaften aller Art) soll jedoch anders geartet sein. Da geht es vor allem um den Wohlfühlfaktor (die gegenseitige Liebe) und weniger um den geldwerten Erfolg. Zumindest im momentan vorherrschenden Anspruch. Die (Paar)Beziehung als gemeinsames Unternehmen ist also so etwas wie ein ganz neues Geschäftsmodell und die Geschäftseinlage ist auch nicht Geld (höchstens unterschwellig), sondern Liebe, sowie gegenseitiges Vertrauen, bedingungsloses Zueinanderstehen und nicht zuletzt ein komplizierter Treueanspruch.

Zwei Menschen, die auf Grund der vorherrschenden gesellschaftlichen Spielregeln als allein* gelten, schließen sich zu einer Partnerschaft zusammen. Moment, jetzt habe ich ja noch vergessen zu erwähnen, dass es sich dabei vorzugsweise um Vertreter der beiden verschiedenen Geschlechter handelt. Ich vernachlässige mal die anderen Spielarten der Zuneigung und richte mein Augenmerk auf Mann und Frau. Denn sie sind die VertreterInnen, welche in Zukunft die Partnerschaftlichkeit in die Welt tragen sollen - Halbe halbe! Die Hälfte der Verantwortung, die Hälfte der Arbeit, die Hälfte des Gewinns, die Hälfte des Glücks. Spätestens jetzt müsste uns auffallen, dass das irgendwie nicht wirklich hinhaut, weder in der Gegenwart, noch für die Zukunft.

* ohne einen anderen, in irgendeiner Form Anspruch erhebenden, Angehörigen und auch unabhängig von anderen Sippen/Familienmitgliedern

In einer Lebensgemeinschaft gibt es keine tariflich vereinbarten Arbeits- und Pausenzeiten, keine Stechuhr, keine Gehaltsabrechnung. Nur am liebsten Liebe bis ans Ende aller Tage, denn versteckt in jedem Liebesgeschichtenanfang ist immer noch das alte Ehecredo „...bis dass der Tod uns scheidet!“ enthalten. Da will man sich auf ewig lieben, treu sein und gemeinsam alt werden, halt das ganze Programm der modernen Romantik. Je partnerschaftlicher es in einer solchen Verbindung zugeht, desto größer sind die Chancen, dass dieses Konstrukt ein Leben lang hält, so heißt es im Allgemeinen.

Aber „partnerschaftlich“ bedeutet, im Sinne der Sache, nicht zwangsläufig im Sinne der/s Anderen handeln.Partnerschaftliches Agieren ist vielleicht ein gutes wirtschaftliches Konzept, aber meiner Meinung nach nicht wirklich lebenstauglich im Sinne von fürsorglichem, empathischem, beständigem, verlässlichem und konsensbereitem Handeln. Das wird um so deutlicher, wenn sich diese private Co KG um mehrere kleine Personen erweitert.

Vom Begriff her bedeutete „partnerschaftlich“ im ökonomischen und vor allem im gesellschaftlichen Sinn, nämlich nicht unbedingt einem Partner mit Nachsicht und mit Wohlwollen und Liebe zugetan zu sein. In der Wirtschaft wird mit harten Bandagen gekämpft, selbst wenn man an der gleichen Sache beteiligt ist. In der Anwendung ist: einen „Partner“ haben, so eine typische doppelbödige, patriarchöse Idee.

„Partnerschaftlich“ auf das Miteinander der Geschlechter anzuwenden ist relativ neu.

Einen Partner haben, gehört inzwischen irgendwie zum Mannsein dazu. Das kennen wir aus diversen Heldenideologien und es wird an uns durch tausende Geschichten, in Büchern, Filmen und Serien herangetragen. Die Idee gipfelt darin, mit einem Partner mehr Zeit, als mit der eigenen Familie zu verbringen oder im Zivilisationsdschungel mit ihm durch dick und dünn gehen und für ihn sogar das eigene Leben zu riskieren. Aber als ein Partner wird manchmal auch ein Gegenspieler oder Kombattant bezeichnet, also der Feind. Der „Partner“ im Videospiel zum Beispiel, darf nach Herzenslust niedergemetzelt werden.

Alles sehr untaugliche Vorstellungen, um auf eine alltagsbeständige Beziehung mit Frau und Kind übertragen zu werden, finde ich. Das Kumpelgetue, das sich auf die maskuline Art bezieht mit Nichtkonkurrenten umzugehen, ist für mich eine eher gruselige Vorstellung im Zusammenhang mit dem Tagesgeschäft einer persönlichen, kinderbezogenen und häuslichen Lebensgemeinschaft. Die Partnerin eines Mannes zu werden, bedeutet, sich auf die bereits etablierte, männliche Verständnisebene zu begeben.

Ich habe in einer Ehe gelebt (die auch da schon wahlweise als Beziehung oder Partnerschaft bezeichnet wurde), als Partnerin im oben erwähnten Sinn, habe ich mich nicht gefühlt. Da ich anfangs noch als klassische Ehefrau agierte, die das persönliche Wohl ihres Gatten (ausschließlich) im Sinn hatte, änderte sich mit der Geburt der ersten Tochter die Aktionsbühne. Stand ich zuvor unter dem Eindruck, ich erfülle (spiele) meinen Part, fing jetzt mein eigentliches Leben an. Mutter sein, mit seinem gesamten Verantwortungsspektrum, ist so eine ganz andere Dimension als Partnerin. Ich fühlte, anfangs nur diffus, das war nicht mehr meine Aufgabe, wenn ich meinen Kindern gerecht werden wollte. Von Seiten meines Mannes und Vater der Kinder stellte sich zwar zum Teil so nach und nach im Tagesgeschäft auch diese urbrüderliche Unterstützung ein, die eine Ahnung von sippenhaftem Lebens aufkommen ließ, aber das allgemeine, männliche Rollenklischee stand ihm jedoch ständig im Wege.

Den Mann als Liebespartner, als Vater der Kinder, als besten Freund, auch als Haustyrann zu sehen, ist akzeptabel, ihn jedoch unter dem Aspekt der Brüderlichkeit wahrzunehmen, ist verpönt. Dabei ist doch der lebendige, geschwisterliche Zusammenhalt die Erstform des sozialen Zusammenlebens.

Partnerschaftliche Erwartungen (ohne Liebesgefühle), an einen Vertreter des anderen Geschlechtes, laufen meiner Erfahrung nach in der momentanen gesellschaftlichen Art des Umgangs der Geschlechter immer noch ins Leere. Genau genommen ist es, bei der immer noch gut konstituierten Frauenverachtung allerorten, fast nicht vorstellbar, jemals eine prinzipielle gegenseitige, menschliche Achtung und den dazu gehörigen, lebendigen Gemeinsamkeitssinn zu erwarten.

Wenn wir uns jedoch eines Tages trauen das geschwisterliche Zusammenwirken von Mann und Frau zu fordern, dann könnte es vielleicht etwas werden mit der Gleichwertigkeit in unserer Gesellschaft.


Stephanie Ursula Marthastochter



Dienstag, 30. November 2010

Vision am Waschkessel

Essen scheint nur noch Genuss und selbst normale Kleidung nur noch Mode zu sein. 

Ich möchte mich aber nur einfach gut ernähren und mehr oder weniger warm anziehen. Schlichte Kleidungsstücke (ohne Taschen und Knöpfe an unsinnigen Stellen oder peinliche Aufdrucke), die sich, ohne Label und nach gut Dünken, kombinieren lassen, gibt es für mich scheinbar nur noch in Eigenproduktion. Oder, ich habe endlich die ultimatven Schuhe gefunden, dann sind die in der nächsten Saison in keinem Geschäft mehr zu haben.
Ich hoffe jedenfalls, das hier die Zukunft in Anlehnung an das Internet vielleicht auch schwindelerregende Möglichkeiten bringen wird. In Läden und Onlineshops erhält die frohe Kundin Basics in verschiedenen Farben, Qualitäten und passenden Größen, die sich im Baukastensystem nach Bedarf aufhübschen lassen und deren Parameter zuvor an einem Terminal von ihr eingegeben werden. Oder die Klamotten werden gleich nach Wunsch zu Hause  in einem Replikator hergestellt (Shirt, dünn, schwarz, dreiviertel Arm, Hose karminrot, Gummizug, gerade geschnitten).  Kein Kleiderschrank, keine Waschmaschine! 

Designer werden dann genauso zur parallelen Spezies, wie es sich jetzt schon bei den Journalisten abzeichnet.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Ende und Beginn


Das Neujahrsfest des Mondjahres

Samhain - Halloween - AllHallowsEve - Allerseelen/Allerheiligen - Dunkelmond


In allen Läden geben sich Geister, Kürbisse und Hexen, Gruselspinnen und Vampire die Ehre, in der Hoffnung allen Konsumenten und besonders den Kindern ein schauriges Halloween bereiten zu können. Und inzwischen machen fast alle mit..., ein großer Spaß für die Kinder.


Doch gibt
es auch Ausnahmen? Leute, denen das alles zu blöd ist oder die sich ohnehin vom irrationalen Geisterglauben distanzieren? Oder es gibt jene, die in aller Ernsthaftigkeit Samhain begehen, das Fest unserer AhnInnen feiern?

Die Christen bringen Kerzen auf den Friedhof, schmücken die Gräber und gedenken der Toten. Jede Religion hat ihre Art der Ahnenverehrung und alle Riten gehen auf uralte Überlieferungen zurück.
Aber Samhain ist mehr, als nur ein Totengedenken.

In alten Zeiten, als das Mondjahr die Zeit zählte, war es Jahresabschluss und Neujahrsfest zugleich, das in vielen Teilen Europas und über Jahrhunderte hinweg begangen wurde. In der Dunkelheit wurde der Beginn des neuen Jahres verehrt, wie auch der Beginn des Tages im Abend gesehen wurde.

Es ist eine besondere Zeit, wenn der Sommer zu Ende geht und das Dunkel sichtbar zu nimmt. Die Natur zieht sich zurück. Die Sterberate nimmt zu. Was in den nächsten Wochen den härter werdenden Bedingungen trotzt, wird weiter leben. Die Zugvögel ziehen vom Norden zu uns oder weiter in den Süden, Tiere halten ihren Winterschlaf. In der Natur wird nichts mehr geerntet, die Kräuter und Pflanzen gehören jetzt den Pucken.


Die Länder nördlich der Alpen erlebten den Herbst und Winter als die Zeit des Rückzugs und der Besinnlichkeit und nach den Raunächten als Rüstzeit für das beginnende Frühjahr. Und in diesem Sinne sind die Feste nicht nur einmalige Ereignisse an einem Feiertag. Sie bestimmen ebenso den Geist der voran gegangenen oder folgenden Zeiträume. Die dazu gehörigen Vorbereitungen, wie Fastenzeiten oder die Herstellung von besonderen Speisen, geschahen in der mit den Festen verbundenen Intention. Bis die Veränderungen der Natur, der Sonnen- oder Mondstand den nächsten Abschnitt des Jahres anzeigten.


Die oft bedrückende oder geheimnisvolle Stimmung, die von Lichtlosigkeit und Herbststürme hervorgerufen wird, ist auch für uns heute spürbar. Die Schleier zwischen den Welten sind dünn. Die Zeit des Samhain, des Sommerendes, lässt uns viel mehr erahnen, als die sonstige alltägliche Normalität.


Heute verstehen viele unter ahnen, etwas nicht genau wissen. Das Ahnen, ist aber im Gegenteil die Gewissheit. Ein Wissen, das schon immer da war und immer sein wird, weitergegeben von der Mutter zur Tochter, vom Vater zum Sohn. Unsere Ahnen lebten mit der Natur und der natürlichen Magie. Und das Unerklärliche, war nicht unbedingt Schreckgespenst oder unabwendbares Böses, wie es heute oft dargestellt wird. Vielleicht lebten die Menschen einst so im Einklang mit der Natur, dass das Unerklärbare keine Rolle spielte, weil es, wie die Menschen ein selbstverständlicher Teil ihrer Umwelt waren. Und alles erklären zu wollen ist auch ein wenig die Manie unserer Zeit. Die Menschen lebten seit Jahrtausenden in und mit der Natur, vielleicht gab es für sie weniger Ängste und diffuse Bedrohungen, als für uns heute.


Samhain! Die Menschen rückten in dieser beginnenden Jahreszeit enger zusammen. Es wurden Geschichten erzählt, Geschichte weitergereicht von Generation zu Generation. Die alten Erfahrungen weitergegeben und neue hinzugefügt. Derer gedacht, die nicht mehr in der Mitte der Gemeinschaft weilten. Wünsche für das kommende Jahr ausgeschickt. Das Lozen, Weissagen gehörte dazu, aber auch die Maßnahmen um Unheil abzuwenden. Und das hat nichts mit dem modernen Begriff des sogenannten Bösen zutun.


Vorschau und Rückschau, Verinnerlichung und die Wahrnehmung fließen lassen, auch außerhalb der erfahrbaren Welt. Eine Be - Sinn - lichkeit, die heute in unserem Alltag kaum zu finden ist, auch an den (modern) gestalteten Festtagen nicht.


Die Begegnung mit der Anderswelt ist für uns keine Selbstverständlichkeit mehr und statt dem Kleinen Volk, mischen sich die Kinder, als Dämonen und Gespenster verkleidet, unter die Menschen. Oder - sind es doch die Feen und Geister, die in dieser Nacht umgehen? Müssen wir nur wieder richtig hinsehen und hinhören? Aber keine Angst, Geister sind nur Gäste in unserer Welt.


AhnInnengedenken, ein Moment der Ruhe, eine kleine Meditation – es ist leicht Zugang zu einem Fest finden, das bis in ferne Zeiten zurück reicht. Wir können mit den Kindern über die AhnInnen sprechen. Zuvor mit ihnen Kerzen und Dekoration vorbereiten und statt Gruselgeschichten, erzählen wir
, was wir noch von früher wissen. Keine Zitate aus Büchern, sondern eigene, erlebte Geschichte. Der eventuelle Gang zum Friedhof sollte nicht die einzige Erfahrung in der Familie bleiben. Und wenn frau zufällig in Thüringen geboren wurde, dann ist dieser Tag auch eine gute Gelegenheit sich Frau Holle zuzuwenden. Eine besondere Kerze anzuzünden oder Hirsebrei für die Familie zu kochen.

Zitate aus „
Frau Holle, die gestürzte Göttin“ von Sonja Rüttner-Cova :

„....in Mitteldeutschland* ist die Göttin mehr als Holla überliefert...“


(* Harz, Thüringen, Rhön und Hessen – Anmerkung Stephanie)

„Nach dem Glauben der Germanen besitzt jede Frau die Gabe der Prophetie. Diese allgemeine Begabung macht sie zur Vertreterin, zur Priesterin der Göttin und drückt sich auch im Wort Frau aus.....Ursprünglich bedeutet Frau soviel wie milde, frohe und gnädige Herrin, alles Eigenschaften, die der Göttin innewohnen...“

 
„Zum Hauswesen, dem die Frau vorstand, gehörte auch die Pflege des Hausgeistes, der Hausgottheiten, die in den Alltag einbezogen waren. Jede Handlung geschah in enger Verbindung mit der Göttin....“

Wenden wir uns also den Festen froh und ernsthaft zu. Und ein ausgehöhlter Kürbis mit einem Licht gehört bestimmt unverzichtbar zu einer gelungenen Halloweenfeier, denn das Licht schlägt eine Brücke in die Vergangenheit, an die wir uns nur zu erinnern brauchen und in die Zukunft, die wir für unsere Kinder gestalten werden.

Freitag, 1. Oktober 2010

... es gibt für alles eine Erklärung

"…wir kommen auf die Welt und die Welt ist schon da... das ist der Schock!" 
Sagt Harald Lesch. Und er fragt auch: "...warum gibt es ein Lebewesen, das so viel mehr kann, als es eigentlich muss?"

Die Antwort darauf, finde ich, ist eigentlich ganz einfach. Es ist genau genommen die, vorrangig männliche, Überlebensstrategie, welche den Menschen so erfolgreich werden ließ, wenn wir es mal als Erfolg ansehen, dass sich unsere Spezies unverhältnismäßig über den ganzen Erdball verteilt hat.

Nur ein lebender Mann kann seine Gene weitergeben. Daher ist der Selbsterhalt, das Überleben (um jeden Preis) ein maskulines Bestreben. Es ist die Quelle des permanenten Wettbewerbs bis hin zu blutigen Kämpfen und anonymer Vernichtung Tausender.

In einem natürlichen und erst recht in einem bereits zivilisiertem Umfeld, mit einer ständig wachsenden Anzahl an Konkurrenten, ist es dem Mann aus eigenem Sicherheitsbedürfnis heraus, wichtig, die Umwelt zu kontrollieren oder sich mit, ursprünglich Angehörigen, später Gleichgesinnten, zu verbünden. Macht euch die Erde untertan – war eine der zwingenden Schlussfolgerungen.

Die Zehn Gebote sind ein gutes Beispiel dafür, wie notwendig es für sie war, im Laufe der kulturellen Evolution, sozial unangepasste Männer zu reglementieren. Das heute die Gebote allen vorliegen, sollte uns nicht vergessen lassen, dass diese Gesetzesform nur im patriarchalen Sinne von Männern für Männer hervorgebracht wurde. Frauen wurden dereinst von den Gesetzeserfindern in einem Atemzug mit Vieh und Sklaven als Besitz genannt.

Du sollst nicht töten! – war unter anderem jedoch offensichtlich wichtig, um die freilaufenden Aggressionen halbwegs zu kanalisieren. Das Wort der Mutter galt zu dem Zeitpunkt schon lange nichts mehr...

Der Mann fühlt, was unter seiner Kontrolle ist, kann ihm erst einmal nicht schaden! Aber das ist nicht so einfach! So weit mann sehen kann, ist vielleicht alles in Ordnung, doch was ist mit den Gefahren, die nicht mit bloßen Auge zu erkennen und eigenen Ohren zu hören sind? Die mann trotzdem irgendwie spürt, von denen man ahnt oder weiß, dass sie da sind? Nicht umsonst befürchtete Majestix, dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen könnte, denn schließlich wissen wir heute, jederzeit könnte ein großer Brocken einschlagen.


Was zu verhindern gilt, muss verhindert werden. Der Mann hat zwar schon immer auch die Seinen beschützt, weil er gelernt hat, wie wertvoll für ihn ein soziales Miteinander (in der Menschengruppe) und wie stärkend Zuwendung und Fürsorge durch andere für ihn sind. 


Die vielgepriesene Neugier oder der Wissensdurst des Menschen ist eigentlich nichts weiter als der unbewusste Drang nach eigener (vorrangig männlicher) Sicherheit und einem kontrollierten Umfeld für (wollen wir mal gnädig sein) die eigenen Nachkommen.

Leider ging dieses Bestreben dann doch soweit, dass Massenvernichtungswaffen entwickelt und gebaut wurden, die mehrmals die ganze Welt auslöschen könnten. Denn auch mangelnder Weitblick ist dem Manne eigen, wirklich überschauen kann er nicht immer, was er da anzettelt. Die Natur lässt sich jedenfalls nicht wirklich kontrollieren. 


Trotzdem das männliche Kontrollbedürfnis ist nicht aufzuhalten. Es hat Reittiere gezähmt und Wagen erfunden, demonstrative Bauwerke geschaffen und gegenseitig zerstört, Blicke ins Mikroskop oder Teleskop geworfen und den technischen Fortschritt nach allen Seiten voran getrieben. Natürlich sind wir da noch lange nicht am Ende, irgend eine Gefahr hält die Natur für die menschliche Existenz immer wieder bereit.
 

Nun ja, auch wenn es sich manchmal so anfühlt, es ist also keine Paranoia, sondern wie wir erkannt haben, eine genetische Strategie, die nur endlich wieder der weiblichen Hand bedarf... 

Montag, 13. September 2010

Montag


Die Küche ist voller Fruchtfliegen, aber mit irgend jemanden muss ich ja mein Leben teilen... 


Tante Amalie 

Sonntag, 5. September 2010

oh, mann


Kreuzworträtsel

Was ist ein weiblicher Nachkomme?

Eine Tochter!

Freitag, 3. September 2010

und so fließt eins ins andere


… ich wiederum betrachte die Haltung von Badinter, die sie in Buch und Interview zeigt, als Rückschritt und zwar in doppelter Hinsicht.


Einmal, dass immer noch der angehörige Mitmensch, hier das Kind, wie ein zufällig Anwesender verwaltet und die (lebensnotwendige) menschliche Bindung mit leichter Verachtung als tierisch abgestempelt werden.


Zum anderen, dass für mich ein Paradigmenwechsel nicht einmal ansatzweise durchscheint und die Frauen sich nur innerhalb der bestehenden Verhältnisse arrangieren sollen. Ihre Muttertiertendenzen sind zu verstecken und es gilt den Männern gleichzutun.


Frau Badinter wollte auf keinen Fall, wie ihre Mutter von einem Mann abhängig sein, also hat sie sich bewusst in die große väterliche Abhängigkeit innerhalb unserer fest etablierten Gesellschaft begeben.
Für mich hat das was von einem Stockholm-Syndrom. Viele Feministinnen postulieren einen Grundgedanken, der sich wie folgt anfühlt: wir nehmen die Gesellschaft wie ist und richten uns in ihr ein, denn es gab nie eine andere. 

Sie hinterfragen weder das Kleinfamilien- noch das Pärchensystem und arbeiten der imperialistischen Weltwirtschaft zu. Um zu verstehen wie die patriarchale Gesellschaft im Inneren funktioniert, brauchen wir uns nur die Entstehung und Wirkung eines Stockholmsyndroms anzusehen.

Die Aggressoren oder Gewalttäter, sind jene, die andere Menschen zwingen aus ihrem eigenen Leben auszusteigen und auf eine Art Überlebensprogramm umzuschalten. Sie halten mit Gewalt- und Todesdrohungen, die meist zufällig anwesenden Geiseln in Atem. Innerhalb der Geiselnehmersituation, werden die üblich vorherrschenden Lebens- und Verhaltensregeln außer Kraft gesetzt und vorübergehend macht der Gewalttäter die Vorgaben, er ist jetzt der Gesetzgeber.

Der ungeheure Stress, der dabei (für alle) entsteht, lässt auch selten eine wirksame Verteidigung beziehungsweise Gegenmaßnahme zu. Die Geisel hat in der Regel keine Möglichkeit die üblichen Kommunikationsmittel zur Verständigung einzusetzen und sowieso keinen Handlungsspielraum, ohne sich und andere in Gefahr zu bringen. Und um sie in der Spur zu halten, wird von den Geiselnehmern immer wieder, zur Auffrischung sozusagen, ein bisschen Terror verbreitet. Die Folge davon ist auf jeden Fall eine Form der Traumatisierung und bei längerer Dauer ein mehr oder weniger ausgeprägtes Stockholmsyndrom.

Dieses Grundmuster des Stockholm-Syndroms lässt sich auf die gesamte patriarchale Gesellschaft anwenden. Wir
werden dazu angehalten und haben gelernt, unsere Aggressoren zu lieben und sie als solche nicht zu erkennen. Bevor jetzt wieder einige durchdrehen und den geliebten Mann an ihrer Seite in Schutz nehmen: Stellt euch einen Moment lang eine friedliche, egalitäre Konsensgemeinschaft vor, in der auch, jaja, Männer leben und die von (berittenen) bewaffneten Männerhorden angegriffen wird. Für diese Gemeinschaft ist hinterher das Leben nie mehr so, wie sie es kannten. An die Furcht und die Unfreiheit gewöhnen sich alle und ihre Kinder werden sich eines Tages ein freiheitliches und friedliches Leben nicht mehr vorstellen können. Den späteren Nachkommen wird bereits überliefert: die Welt war schon immer so...

Irgendwann gibt es kaum noch eine Rückspulungsmöglichkeit zu einem gewaltfreien Zustand. Ein paar Enklaven sind heute auf unserer Welt übrig geblieben, die zeigen, wie menschliches Leben auch ticken kann.


Unser geliebter Fortschritt, den wir auch nicht mehr missen wollen, ist wie eine getarnte Waffe, mit der die Geiselnehmer herumfuchteln. 
Wir benutzen Technik ohne Ende, wohl wissend, dass sie uns ständig um die Ohren fliegen kann.
Wir genießen zu unserer Unterhaltung Fernsehprogramme, die für uns Mord und Grausamkeiten bereit halten. Wir lassen zu, dass real aussehende Spielfilmsequenzen wie Zeichentrickserien daherkommen, das heißt, auch wenn die Hölle losbricht, den Helden geschieht nie ernsthaft ein Leid und selbst die Verbrecher werden anschließend fast unversehrt in Handschellen abgeführt, wenn sie nicht vorher niedergeschossen wurden. 

Die Gehirnwäsche der Gewalt darf in der Gesellschaft also nie aufhören, sonst könnten die Geiseln vielleicht aufstehen und sagen: Ach mach doch deinen Überfall alleine, ich spiele nicht mehr mit...

(in Anknüpfung an verschiedene Kommentare und Beiträgen auf anderen Seiten)

Samstag, 14. August 2010

Dejavue


Ich habe eine Freundin mit der ich oft telefoniere und wir
teilen uns auch gegenseitig unsere Kümmernisse mit (die sich, seit ich allein lebe, deutlich reduziert haben).

Sie erzählte mir gern von ihrem Mann. Von den Auseinandersetzungen mit ihm, von der unergründlichen Ignoranz, mit der er sie behandelte. Sie berichtete mir von den Befindlichkeiten und Eigenheiten ihres Gatten. Was er sagte, über was sie sich ärgerte, wo sie dagegen hielt und wie er sich hier und da natürlich schon verändert hatte... 


Verlass ihn doch habe ich ihr manchmal empfohlen.  
„... ach ich weiß nicht, es geht doch auch irgendwie um meine Existenz...“, antwortete sie meist.

Doch dann kam der Tag und sie trennte sich von diesem Mann. Sie zog aus, nahm sich eine kleine Wohnung und fand einen Job, in welchem sie sich innerhalb eines Jahres sogar eine Geschäftsteilhabe erarbeitete. 


Wir telefonieren immer noch mit einander und jetzt erzählt sie mir, von den Befindlichkeiten und Eigenheiten ihres Chefs. Von den Auseinandersetzungen mit ihm, von der Ignoranz mit der er sein Umfeld behandelt. Was er sagt, über was sie sich ärgert, wo sie dagegen hält und wie er sich hier und da natürlich schon verändert hat...

Ich fragte sie neulich, ob ihr schon mal aufgefallen ist, wie sich die Fälle gleichen. Sie bejahte und fügte hinzu: „... was soll ich denn machen, es geht doch um meine Existenz...“

Mittwoch, 11. August 2010

Jede Frau ist eine Hexe


... woher ich die Idee habe? Na aus dem Buch von A.& B. Pease „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“


"Die Rollenverteilung, die sich bei uns im Laufe der Evolution herausgebildet hat, hat Frauen und Männer mit den biologischen Fertigkeiten und Sinnen ausgestattet, die zum Überleben notwendig sind. Was man häufig als Hexerei, übernatürliche Kräfte oder weibliche Intuition bezeichnete, ... ... lässt sich in den meisten Fällen auf die besser entwickelten Sinnesorgane der Frau zurückführen. Hexen waren selten etwas anderes als ganz normale Frauen, die von Männern zum Tode verurteilt wurden, denen die biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht einleuchten wollten."


In letzter Zeit stolpere ich wieder öfter über die Hexe. Also nicht wörtlich, höchstens über den Besen!


… um es kurz zu machen, es gibt kaum etwas, was ich über Hexen noch nicht gelesen oder gehört habe und natürlich kenne ich (persönlich) auch welche, beziehungsweise war selbst mal eine. War...?


Je jünger die Frauen sind, desto eher scheinen sie geneigt, sich dem Thema zuzuwenden oder sich als solche zu fühlen. Ältere Frauen, also älter als ich, so meine persönliche Erfahrung, wenden sich eher peinlich berührt ab. Aber wo kommen denn heute die Hexen her, wenn die älteren Mütter keine sein wollen?


Die Töchter der Hexen galten immer auch als Hexe! Hexe war frau von Geburt! Und diese Überzeugung ging zu einer Zeit um, da der Verdacht der Hexerei schlimmer und gefährlicher für die Betroffenen war, als wenn einem heute Terrorismus nachgesagt würde.


Das war damals vorherrschendes Denken -  die Tochter
beerbte die Mutter und in der Zeit ihres Heranwachsens, lernte sie alle Künste von ihr. Und seit Jahrtausenden taten Töchter auch gut daran von den Müttern zu lernen. Um selbst zu Überleben und um dann die Ihren zu erhalten. Doch irgendwann kam der Moment und nicht erst zur Zeit der Hexenjagden, da wurde es ratsam, dass die Töchter sich eher von der Mutter oder Großmutter distanzierten. Es war sicherer sich eines männlichen Beschützers zu versichern, als auf die entmachtete Weiblichkeit zu vertrauen.

Als „die Hexe“ ins Fadenkreuz ihrer Verfolger geriet, gab es die Hexe, wie sie uns inzwischen geläufig ist, eigentlich so gar nicht. Es wurde ein vorhandener Begriff mit neuen Inhalten gefüllt und mit den modernsten Kommunikationsmitteln, herum ziehende Mönche und dem gerade erfundenen Buchdruck, verbreitet. Es wurde gewissermaßen ein Label geschaffen, für all die unliebsamen Weiber, die nicht ins christliche Idealbild passten. Und wie auch in der heutigen Werbung, wurde ein Wort benutzt oder gebräuchlich gemacht, das schon bekannt war, einfach, kurz und knapp und durch das X in der Mitte besonders einprägsam. Was eine Hexe ist, wurde von ihren Verfolgern definiert. (siehe Hexenhammer)


Doch es kam die Zeit, da wurde die „Hexe“ rehabilitiert. Und sogleich auch nach einer rückwirkenden positive Deutung gesucht. Diese Hagezussa – Erklärung, hängt mir ehrlich gesagt ein wenig zum Hals heraus. Die hat irgend wann mal ein …. Ethnologe? Sprachwissenschaftler?… in die Welt gesetzt und alle haben erleichtert diese Vorstellung übernommen. Spirituell tätigen Frauen gab es in den frühen Zeiten als verschiedenen Berufsbildern und die Bezeichnung Hexe wurde jetzt so zu eine Art Sammelbegriff. All das, was in der vorchristlichen Zeit einfach zum Alltag der Menschen dazu gehörte und was durch Missionierung, Gewalt und Gehirnwäsche von der Kanzel, aus dem aktuellen Gedächtnis ausgelöscht war, musste nun mit der inzwischen verkrüppelten Sicht auf die Frau wieder mit ihr in Einklang gebracht werden.


Denn dieses, die Seite wechseln, durch die Hecke gehen, auf der anderen Seite des Spiegels der Brunnenoberflüche eine verborgene Welt erkunden, das haben Frauen schon immer gemacht.

Trotzdem, die Zaunreiterin, was für ein blödes Bild. Ich bin mir nicht sicher ob diese Definition aus einem weiblichem Sein kommt, habt ihr schon mal auf einem Zaun gesessen? Auch die besenreitende und dabei boshaft kreischende, durch die Luft jagende Hexe ist für mich eher eine männliche Vorstellung.


Andererseits kann ich mir jedoch durchaus ein Haufen übermütiger Frau vorstellen, die fröhlich mit ihren Besen durch Haus und Hof tanzen und wie auf einem Steckenpferd auch darauf reiten. Bestimmt lustig lustvoll...


Für die Baba Jaga ist eher die Ofengabel überliefert oder sie brauste in einem Mörser (Kessel) durch die Lüfte des wilden (Märchen) Waldes. Die Hexen(frau) hatte ihren Haushaltskram immer dabei, es waren einst ihre angesehenen Attribute. Heute ist es fast schon diskriminierend, wenn Frau mit typischen Haushaltsgegenständen dargestellt wird. (aber das Fass mache ich jetzt nicht auch noch auf)


Aus der alltäglichen Frau, die hexen konnte, wurde also die
Hexe „erschaffen“ und sie ward von Anbeginn in den Augen ihrer Gegner schändlich, irrgläubig und mit dem Teufel im Bunde. Einem Teufel, der in dieser gängigen Form auch gerade erst erfunden worden war!

Die Neuen Hexen des letzten Jahrhunderts, hervorgegangen wie Phönix aus der Asche der Scheiterhaufen, versöhnen uns jedoch mit dem begangenen, unvorstellbaren Unrecht und geben der „bösen“ Hexe von einst ein neues Image. So dass sich heute kaum noch eine vorstellen kann, dass es vor fünfhundert Jahren und davor die „gute“ Hexe gar nicht gab.
 

In diesem Sinne also: lasst uns die Vergangenheit heraufbeschwören, das Heute wandeln und das gute Morgen herbei hexen! 
 

Mittwoch, 21. Juli 2010

Zwischen Kessel und Wäscheleine...

... das Waschweib sagt! Gedankenwäsche nach einer Blogrunde!

Mich ärgern immer ein bisschen die Anflüge unnötiger Bescheidenheit und Selbstbezichtigung, die frau im Alltaggemeinen so äußert. Selbst, wenn sie teilweise nur rhetorisch gemeint sind, fühlt es sich für mich trotzdem unangemessen an. Zum Beispiel sind hier kaum Mädchen, im Sinne von jung, unbedarft und unerfahren. Und so ist es egal, ob wir gute oder böse Mädchen sind, wenn wir die Fünfzehn überschritten haben, sind wir eigentlich keine Mädchen mehr. Daher können wir getrost die Kindchenkonditionierungen zu den Akten legen. Die meisten von uns in dieser Runde sind längst erprobte Amazonen, gestandene Frauen, handfeste Weiber, souveräne Damen, wissende Mütter und weise Alte. Wir sind in der Lage für uns Freiheit zu wählen und sie zu leben. 


Bizarr finde ich auch, wenn frau gelegentlich wie ein trotziges Kind darauf beharrt, selbst Fehler machen zu dürfen. Fehler machen ist blöd. Im Nachhinein sind Fehler, nicht optimal interpretierte Möglichkeiten der anstehenden Problemvarianten. Oder anders ausgedrückt, wieder einmal keinen Fettnapf ausgelassen. Ich glaube wir begehen kaum wissentlich und willentlich so richtige Fehler? Vielleicht gibt es gar keine Fehler, nur andere Entscheidungen. Vielleicht auch solche, die wir später bereuen, besonders wenn dadurch ein Schaden entstanden ist. Lebenserfahrung ist nun mal eine altersindizierte lebendige Erfahrung.

Daher ist es von Zeit zu Zeit auch nicht verkehrt, die Bücher wegzulegen, wir wollen ja nicht nach Rezepten handeln. Doch heutzutage sind wir in den meisten Bereichen auf die gedruckten (oder virtuellen) Informationen angewiesen. Es gibt keine Alte mehr, die uns in die Geheimnisse des Lebens einweist. Aus Büchern möchte ich auch keine Meinungen erfahren, sondern eine variierte Sicht der Welt oder mir bisher unbekannte Fakten. Die Darstellung oder ein poetisches Spiel der Möglichkeiten in lebendigen Zeiträumen. 


Da ist die eigene Sicht auch keine eingeschränkte Perspektive! Wer sagt denn, dass die Perspektive anderer besser oder genauer ist? Was ist, wenn die eigene, die ultimative, die Perspektive schlechthin, aufs Leben ist? Wenn unsere Sicht der Dinge, die Sicht ist, die zu uns passt und uns einzigartig macht. Wir lernen zwar immer wieder von anderen, aber jene auch von uns!

Also weichen wir von Zeit zu Zeit unsere Probleme, Vorurteilssichtweisen auf das eigene Leben und unsere Zweifel, vor allem unsere Selbstzweifel, im großen Kessel ein und spülen die Verkrustungen unserer Konditionierungen einfach weg... 


Donnerstag, 15. Juli 2010

Stöckchen der besonderen Art


Sei dankbar, dass du nicht alles hast, was du dir wünschst.

Du wüsstest sonst nicht wohin damit. Wenn wir viele Wünsche haben, ist das nur der Ausdruck des permanent vorhandenen oder eingeredeten Mangels.

Sei dankbar, dass du nicht alles weisst.
Sonst würdest du den Wahnsinn in unserer Welt vielleicht nicht aushalten.

Sei dankbar auch für schwierige Zeiten.
Denn wenn mal eine Besserung in Sicht kommt, hast noch mehr Grund dankbar zu sein, danke, danke, danke!

Sei dankbar für deine Grenzen.
Und patrouilliere täglich an ihnen entlang, nur so kannst verhindern, das die Eigenverantwortung, die Freiheit und die Zugewandtheit bei dir wohnen.

Sei dankbar für jede neue Herausforderung,
Du wüsstest sonst nicht, was du mit deiner Zeit anfangen solltest!

Sei dankbar für deine Fehler.
Denn durch diese merkst du endlich, dass dir von Kindesbeinen an, wesentliche Informationen vorenthalten wurden und du dich mit der Versuch und Irrtum - Methode durchs Leben wurschteln musst.

Sei dankbar, wenn du müde und erschöpft bis.
Dadurch bemerkst du schließlich, dass es in deinem Umfeld keine fürsorglichen Personen gibt und du dich um jeden Scheiß allein kümmern musst.

Dankbarkeit kann das Negative, dass wir empfinden in Positives für uns wandeln.
Mit Dankbarkeit kann ich mir selbst noch das größte Unrecht schönreden. Dankbarkeit verhindert, das Menschen Amok laufen, Bürgerinitiativen bilden, Revolten anzetteln, Regierungen stürzen oder einfach nur ihr Ding machen.

Es ist leicht für ein gutes Leben dankbar zu sein.

Weil das der Zustand unseres Geburtsrechtes wäre...


Dankbarkeit ist ein Konditionierungsprogramm und eine Droge des Patriarchats...


Das ist jetzt der Moment, an dem ich ein Stück zurückrudere. Natürlich bedanke ich mich auch, ständig und überall. In meinem Alltag und ausschließlich bei Menschen, für ihr Tun oder ihre Aufmerksamkeit oder für ihre Arbeit, die sie auch für mich und andere leisten. Aber ein dankbarer Rundumschlag an einen Schöpfer oder das Schicksal oder gar an einen gnädigen Gott, das ist für mich indiskutabel.